3D Druck – eine vergessene Industrie?

Kolumne von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Das Fertigungsverfahren Stereolithographie (3D Druck) wurde in den 80er Jahren von Charles Hull erfunden. Im Gegensatz zu den traditionellen abtragenden Verfahren, wie Drehen, Fräsen oder Bohren geht es hier um das Hinzufügen von Materialien. Bei der Stereolithographie wird ein lichtaushärtender Kunststoff von einem Laser ausgehärtet. Die Entwicklung dieser so genannten additiven Fertigungsverfahren ist rasant. Hull hatte damals den Stereolithographie-Apparat (SLA) entwickelt. Er gründete die Firma 3D Systems die sehr schnell den kommerziellen Vertrieb des 3D-Druckers SLA-1 startete. Heute macht das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 676 Millionen US-Dollar (2017) und gehört als Pionier noch immer zu den Weltmarktführern.

Börsenhype endete im Desaster
Anfang 2014 endete der Börsenhype um die neue Zukunftsbranche. Die Bewertungen der Unternehmen dieser jungen zukunftsträchtigen Branche waren der Realität um Jahre vorweggelaufen und korrigierten sich durch einen jähen Absturz der Kurse. Das Wachstum der Branche und deren Anwendungen haben sich in den letzten Jahren durch das Auslaufen von Patenten der Marktführer beschleunigt. Neue Konkurrenten drängten auf den Markt. Damit einhergehend sanken die Preise für viele Anwendungen. Der 3D-Druck konnte damit sogar in die Privathaushalte einziehen.

3D-Druck Branche wächst deutlich
Mit der wachsenden Zahl der Unternehmen aus dem 3D-Druck Bereich entwickelt sich ein Markt, mit dessen Dynamik nur wenige Branchen mithalten können. In der additiven Fertigung sind derzeit zweistellige Wachstumsraten an der Tagesordnung. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Firmen 3D Systems und Stratasys, die mit etwa 20% Marktanteil stark an der künftigen Entwicklung beteiligt sind. Das Beratungsunternehmen IDC erwartet einen Anstieg der 3D-Druck Ausgaben bis 2020 auf 23 Milliarden US-Dollar. 2019 soll der Markt auf 14 Mrd. US-Dollar ansteigen. Laut IDC werden die wichtigsten Anwendungsbereiche für 3D-Druck bis 2019 die Produktion von Prototypen, Ersatzteile und Teile für neue Produkte sein. Diese Bereiche werden 45% der gesamten Ausgaben ausmachen. Bei dentalen Anwendungen sowie in weiteren medizinischen Bereichen (u.a. Bioprinting) wird ein jährliches Wachstum von über 21% prognostiziert.

Die Branche entwickelt eine Vielzahl von Anwendungen

Die Branche berichtet laufend über neue Anwendungsformen. Die Minimierung des Welthungers soll beispielsweise durch „gedrucktes Essen“ angestrebt werden. Selbst das Drucken von Robotern ist vorgesehen. Auch im medizinischen Bereich deutet sich Revolutionäres an: Der Druck von Organen scheint bald nicht mehr unmöglich zu sein. Die Branche arbeitet mit Hochdruck daran. Damit wären wohl in Zukunft zahlreiche Krankheiten besser beherrschbar. Bis zum Jahr 2021 dürften laut dem Marktforschungs-unternehmen Gartner etwa 25% aller Chirurgen vor dem eigentlichen Eingriff an 3D-gedruckten Modellen des Patienten üben. Auch im kommerziellen Hausbau experimentiert die Branche daran, Häuser günstig zu drucken, um die Bedürfnisse an Wohnraum schnellstmöglich und kostengünstig zu befriedigen. Auch in punkto Qualität und Geschwindigkeit sind beim 3D Druck sehr gute Fortschritte auszumachen. Zusätzlich wächst die Anzahl der eingesetzten Materialien laufend. Früher waren Kunststoffe im Einsatz. Heute ist es sogar möglich Metalle zu drucken.

Bewertungen haben sich deutlich reduziert
Betrachtet man die börsennotierten Unternehmen, so stellt man fest, dass sich viele Aktienkurse über die Jahre extrem stark zurückgebildet haben. Die Bewertungen sind branchenübergreifend nicht „geschenkt“, jedoch lohnt es sich aus unserer Sicht ab sofort die Branche genau zu beobachten. Nach dem „Tal der Tränen“, in dem sich die meisten 3D-Druck Aktien befinden, kann es durchaus mittelfristig zu positiven Überraschungen kommen. Es lohnt sich, die verschiedenen Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette zu analysieren. Hier sind insbesondere der 3D-Druck, 3D-Scanning, Softwarelösungen und Services aussichtsreich. Im Bereich Services werden die Ausgaben für On-Demand Parts Services und Systems Integration Services aus unserer Sicht besonders interessant sein.

Die Branche entwickelt eine Vielzahl von Anwendungen
Die Branche berichtet laufend über neue Anwendungsformen. Die Minimierung des Welthungers soll beispielsweise durch „gedrucktes Essen“ angestrebt werden. Selbst das Drucken von Robotern ist vorgesehen. Auch im medizinischen Bereich deutet sich Revolutionäres an: Der Druck von Organen scheint bald nicht mehr unmöglich zu sein. Die Branche arbeitet mit Hochdruck daran. Damit wären wohl in Zukunft zahlreiche Krankheiten besser beherrschbar. Bis zum Jahr 2021 dürften laut dem Marktforschungsunternehmen Gartner etwa 25% aller Chirurgen vor dem eigentlichen Eingriff an 3D-gedruckten Modellen des Patienten üben. Auch im kommerziellen Hausbau experimentiert die Branche daran, Häuser günstig zu drucken, um die Bedürfnisse an Wohnraum schnellstmöglich und kostengünstig zu befriedigen. Auch in punkto Qualität und Geschwindigkeit sind beim 3D Druck sehr gute Fortschritte auszumachen. Zusätzlich wächst die Anzahl der eingesetzten Materialien laufend. Früher waren Kunststoffe im Einsatz. Heute ist es sogar möglich Metalle zu drucken.

Bewertungen haben sich deutlich reduziert
Betrachtet man die börsennotierten Unternehmen, so stellt man fest, dass sich viele Aktienkurse über die Jahre extrem stark zurückgebildet haben. Die Bewertungen sind branchenübergreifend nicht „geschenkt“, jedoch lohnt es sich aus unserer Sicht ab sofort die Branche genau zu beobachten. Nach dem „Tal der Tränen“, in dem sich die meisten 3D-Druck Aktien befinden, kann es durchaus mittelfristig zu positiven Überraschungen kommen. Es lohnt sich, die verschiedenen Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette zu analysieren. Hier sind insbesondere der 3D-Druck, 3D-Scanning, Softwarelösungen und Services aussichtsreich. Im Bereich Services werden die Ausgaben für On-Demand Parts Services und Systems Integration Services aus unserer Sicht besonders interessant sein.

 

 

 

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Deutlicher Kursrückgang an den Aktienmärkten im Oktober

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Der Oktober war von deutlichen Kursrückgängen an den internationalen Aktienmärkten geprägt. Globale Aktien verloren etwa 9 Prozent an Wert und markierten damit den schlechtesten Monat seit Februar 2009. In den vergangenen Monaten dieses langen Börsenaufschwungs waren bereits einige Überhitzungserscheinungen und Risikofaktoren zu beobachten, die uns etwas vorsichtig werden ließen (siehe vergangene Marktberichte). Insbesondere die hohe Positionierung vieler Marktteilnehmer im US-Technologiebereich gab immer wieder Anlass zur Sorge. Keine Frage, die Geschäftsaussichten der sogenannten FANG-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix, Google) und anderer Technologiewerte sind unbenommen gut bis ausgezeichnet. Aufgrund der positiven Wertentwicklung dieser Titel entstand aber eine euphorische Stimmung bei vielen Anleger. Die Umsatz- und Gewinnerwartungen wurden zusehends optimistischer und ließen kaum Raum für Enttäuschungen. Werden dann Erwartungen nicht erfüllt und sind Anleger extrem hoch in diesen Wertpapieren engagiert, kann es zu deutlichen Kursverlusten kommen. Fallen diese Werte unter wichtige Kursniveaus, werden aggressive Positionierungen von Fonds weiter reduziert und die Abwärtsdynamik verstärkt sich. So geschehen im Oktober.

Mittlerweile sind Technologieaktien in den jeweiligen Indizes von hoher Bedeutung. In den USA hat der Sektor im breiten S&P 500-Index mit knapp 21 Prozent die mit Abstand höchste Gewichtung. Kein Wunder also, dass ein Abverkauf dieser Werte die globalen Aktienindizes stark in Mitleidenschaft zieht. Leider sind auch weitere Belastungsfaktoren in den vergangenen Wochen nicht verschwunden. So befinden sich die Renditen in den USA weiterhin im Aufwärtstrend und erreichten bei zehnjährigen Staatsanleihen mittlerweile mehr als 3,2 Prozent. Ebenso drückt der Handelsstreit zwischen den USA und China unvermindert auf das Gemüt der Anleger. Lange Zeit hat dies den Aktienmarkt, insbesondere in den USA, nicht belastet. Mittlerweile haben aber einzelne Unternehmen, die stark vom asiatischen Handel abhängig sind, von einer schwächeren Nachfrage berichtet. Vereinzelt waren auch Unternehmensberichte von Konzernen aus zyklischen Branchen wie Automobil, Chemie oder Industrie unter den Markterwartungen. Letzteres nur auf die Handelsstreitigkeiten zu reduzieren, wäre zu kurz gesprungen. Vielmehr kündigt sich auf globaler Ebene eine abkühlende Konjunkturdynamik an. Kein Wunder also, dass sich Unternehmen mit konjunktursensiblen Geschäftsmodellen nunmehr seit einiger Zeit schlechter entwickeln als die breiten Aktienindizes.

Die Kursrückgänge im Oktober waren bemerkenswert in Bezug auf das Ausmaß, das Aufeinanderfolgen von schwachen Handelstagen und das synchrone Fallen aller wichtigen Märkte. Die Marktkapitalisierung aller weltweit gehandelten Aktien hat sich in Konsequenz im Oktober deutlich reduziert.

Die Risikoaversion vieler Anleger dürfte sich in den kommenden Monaten erhöhen

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Real Assets aktuell: Silber – der (ungeliebte) Stiefbruder des Goldes

Kolumne von Markus Merkel, Leiter Mandate und Kooperationspartner der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Landläufig wird gerne vom Silber als dem kleinen Bruder des Goldes gesprochen, was ein fürsorglich-harmonisches Miteinander suggeriert. Nun – ganz so ist es wohl nicht. Vielmehr scheint zwischen den beiden Edelmetallen ein ausgesprochener Bruderzwist in der Wahrnehmung der Anleger zu bestehen.

Schwankungsintensive Aktienmärkte – Goldpreis lange Zeit ohne Reaktion
Ungeachtet einer Zunahme der Volatilität an den Kapitalmärkten hat Gold im Jahresverlauf lange kein entgegengesetztes Preisverhalten zu den internationalen Aktienmärkten gezeigt. Dies mag darauf zurückzuführen sein, dass der Zinsanstieg in den USA aktuell nicht inflationsgetrieben ist, sondern tatsächlich mit höheren Realzinsen einhergeht. Ein tendenziell erstarkender US Dollar tat ein Übriges und selbst die politischen Unruhen in der südeuropäischen Peripherie, Handelsstreitigkeiten zwischen Weltmächten oder wiederaufkeimende Sorgen über die Stabilität des Finanzsystems hatten wenig Einfluss auf den Goldpreis. All dies lenkt den Blick weg von einer absoluten hin zu einer relativen Betrachtung des Goldes gerade auch im Vergleich zu Silber. Maßgeblich ist hier das so genannte Gold-Silber-Ratio, das sich auf langjährige Höchststände zubewegt.

Am Gold-Silber-Ratio lässt sich ablesen, wie viele Feinunzen Silber einer Feinunze Gold entsprechen. Es zeigt somit das Wertverhältnis zwischen den beiden Metallen an. Kernaussage: Je höher die Ratio ist (derzeit ca. 84) desto niedriger ist Silber im Vergleich zu Gold bewertet. Das Ratio bestimmt sich durch Division des Goldpreises durch den Silberpreis (jeweils in USD je Feinunze). Historisch zeigt eine Ratio über 80 eher eine Unterbewertung des Silbers gegenüber Gold an, wohingegen eine Ratio unter 40 Silber eher als vergleichsweise teuer erscheinen lässt.

Über die Jahrhunderte hinweg weist die Gold-Silber-Ratio eine überaus wechselvolle Geschichte auf und bewegte sich zwischen 1:10 und 1:100. Diese Preisschwankungen spielten in der Geschichte der modernen Währungen, etwa für die Herausbildung des klassischen Goldstandards als international anerkannte Reservewährung, eine wichtige Rolle. Ab dem späten 19. Jahrhundert veränderte sich das Verhältnis dauerhaft zu Ungunsten des Silbers. Ein Grund für die Veränderung war, dass insbesondere Silber zunehmend als Industriemetall wahrgenommen wurde. Als Gold und Silber noch die Funktion als Zahlungsmittel ausübten, orientierte sich das Umtauschverhältnis an den natürlichen Rohstoffvorkommen und den jährlichen Fördermengen.

Für ein letztes Aufflackern des Silberpreises sorgten die Brüder Hunt, die in den 1970er Jahren mittels spekulativer Käufe von Terminkontrakten den Silberpreis auf bis zu USD 50 trieben, ehe Silber den Weg einer jeden Blase nahm und am Ende der Preis niedriger als zu Beginn der Manipulation bei USD 5 lag. In den letzten zwanzig Jahren schwankte die Ratio stabil zwischen 1:50 und 1:70 mit Ausnahme des Jahres 2011 (1:34).

Gold und Silber in der professionellen Vermögensverwaltung
Eine grundsätzliche Wechselwirkung zwischen beiden Metallen und dem US Dollar lässt sich nicht leugnen. Kursaufschläge der Metalle können durch eine gegenüber dem Euro schwächeren US-Währung konterkariert werden. Insofern erscheint es uns geboten, beide Effekte zu entkoppeln. Gedanklich sollten das Edelmetall und die Währungskomponente in klar voneinander geschiedene Assetklassen zerlegt werden. Maßgeblich ist die Währungsverteilung im Gesamtdepot, nicht die unmittelbare Wechselwirkung mit einem einzelnen Asset. Anleger, die in diesen Tagen über Depot-Ergänzungen in Form von Gold und Silber nachdenken, könnten freilich auch noch die entsprechenden Minenwerte in Betracht ziehen. Hier gelten jedoch weitgehend andere Preisbildungsfaktoren. So reagieren die Explorations- und Fördermöglichkeiten durchaus träge auf veränderte Nachfragesituationen der eigentlichen Metalle. Das zusätzliche unternehmerische, wie auch politische Risiko (Enteignungen, Sondersteuern in den Abbauregionen) der jeweiligen Aktien tritt noch hinzu. Nicht von der Hand zu weisen ist auch eine ausgeprägte Volatilität derartiger Titel, gerade im kurz- bis mittelfristigen Bereich. Wer dennoch betont chancenorientiert agieren möchte, kann freilich auch gehebelte Finanzinstrumente auf den Gold- und Silberpreis einsetzen. Wir praktizieren derartiges nicht.

Als sachwert-orientierter Vermögensverwalter berücksichtigen wir in der Regel Beimischungen auch der besprochenen Edelmetalle, gerne in einem 2/3-Verhältnis zugunsten des Goldes. Individuelle Ausgestaltungen der einzelnen Mandate wie auch die Hinzunahme weitere Metalle sind immer möglich. Es wird spannend sein zu beobachten, ob Silber perspektivisch wieder zu Gold, als seinem großen Bruder und Vorbild wird aufschließen können.

Aktienmarkt Japan – Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne

Kolumne von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh in Kooperation mit Dr. Harald Staudinger, Gründer und Portfoliomanager ASPOMA Asset Management

Japanische Aktien wiesen, wie die meisten Aktienmärkte der entwickelten Länder, im Jahresverlauf teils deutliche Kursverluste auf. Ausländische Investoren haben seit Jahresbeginn fast 30 Milliarden Euro abgezogen. Das geht Citywire zufolge aus Daten der Japan Exchange Group Inc. hervor. Diese starken Abflüsse bedeuten den größten bisher jährlichen Verkauf seit 1987 – dem Jahr des berüchtigten Black Monday an der US-Börse; und sie wirken sich natürlich auch auf die Performance des Topix aus. Dieser verlor seit Jahresstart zwischenzeitlich fast 10 Prozent an Wert.

Japans grundsätzliche Attraktivität als Anlageregion

Japan gilt als einer der Hauptprofiteure der wirtschaftlichen Stärke Asiens (Chinas) sowie der wichtigen Zukunftstrends wie z.B. Digitalisierung, Elektromobilität oder auch Automatisierung. Japanische Unternehmen verfügen jeweils über die zugrundeliegenden Kerntechnologien. Der stete Wandel der Unternehmenskultur führt zu mehr Shareholder Value-Orientierung und damit einhergehend zu einer Neubewertung. Bessere Kapitaleffizienz, Abbau von Überkreuzbeteiligungen, steigende Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen vervollständigen das konstruktive Gesamtbild. Zudem beschleunigen „unfreundliche“ Übernahmen, Aktivitäten von Private Equity – Fonds und aktivistische Investoren diese Entwicklung zusätzlich. Niedrige Bewertungen, trotz steigender Margen und Eigenkapitalrenditen, machen Japan zum günstigsten „Developed Market“, obwohl sich die Profitabilität auf westlichem Niveau bewegt. Etwaige Bilanzrisiken fallen demgegenüber zugleich deutlich geringer aus. Nicht zuletzt besteht eine günstige Angebots-/Nachfragesituation bei japanischen Aktien aufgrund von Aktienrückkäufen der Unternehmen, steigenden Aktienquoten der Pensionsfonds, Aktien-ETF Käufen der Notenbank und einer derzeit weitgehenden Untergewichtung ausländischer Investoren.

Gegenwärtige Situation und Ausblick

Es kann freilich nicht ausgeschlossen werden, dass es kurz- bis mittelfristig durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterhin zu Verunsicherung und stärkeren Schwankungen kommen könnte. Die Auswirkungen auf die fundamentale Entwicklung der japanischen Unternehmen sollten sich jedoch in geringem Umfang bewegen. Würde der Zugang zum chinesischen Markt für amerikanische Unternehmen erschwert werden, könnten japanische Unternehmen sogar profitieren. Der breite gesellschaftliche und politische Konsens in Japan, die derzeitige Reformpolitik mittels einer lockeren Geldpolitik voranzutreiben, ist ein wesentlicher Unterschied zu den Rahmenbedingungen einerseits in den USA, in der die Gesellschaft tief gespalten ist und andererseits in Europa, wo die politische Stabilität (Brexit, Italien) zuletzt deutlich abgenommen hat. Hinzu kommt, dass die Bank of Japan (BOJ) auf Sicht der nächsten Jahre weiterhin eine extrem expansive Geldpolitik verfolgen wird. Das wirtschaftliche Umfeld in Japan mit steigenden Realeinkommen, starkem Exportwachstum und konservativen Gewinnschätzungen unterstützt eine positive Einschätzung für japanische Aktien. Es gibt global keinen anderen Kapitalmarkt mit einer so großen Anzahl an qualitativ hochwertigen Unternehmen und zugleich ausgesprochen niedrigen Bewertungen.

Zukunftsorientierte Geschäftsmodelle

In Japan sind eine große Zahl an Unternehmen mit exzellenten und zukunftsorientierten Geschäftsmodellen beheimatet, so z.B. global führende Anbieter im Bereich der Robotik und Industrieautomation. Wir haben es in diesem Segment mit einem zyklischen Wachstumsmarkt zu tun, der uns noch viele Jahre begleiten wird. Die extrem breite Kundenbasis erleichtert unserem Top Pick den Zugang zum Vertrieb ihrer Produkte. Dieses schuldenfreie Unternehmen hat in Zukunft die finanzielle Kraft bei Forschung und Entwicklung eine führende Rolle einzunehmen. Ein Beispiel ist die Entwicklung kollaborativer Roboter, die erstmals Hand in Hand mit dem Menschen arbeiten. Aktienrückkäufe und höhere Dividenden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit den Wünschen der Aktionäre auch in Zukunft gerecht zu werden. Besonders positiv macht sich zudem die laufende Automatisierungswelle in China bemerkbar. Man spricht hier von Wachstumsraten von knapp 10% p.a.. Des Weiteren beurteilen wir Geschäftsmodelle aus dem Bereich „Humanoide Roboter“ positiv, wie auch Qualitätsführer im Bereich elektronischer Komponenten.