#15 Money Management – Was ist das?

„Wenn ich mehr als 50% richtig gemacht habe, dann gewinne ich mit meinen Investments.“

Diese Aussage ist falsch!!!

Es ist ein Irrglaube, dass eine positive Trefferquote von Anlageentscheidungen zum Erfolg führen muss.

Ralph Vince ein Mathematiker machte ein einfaches und aufschlussreiches Experiment zu diesem Thema:

  1. Er wählte 40 Doktoranden aus
  2. Jeder Doktorand erhielt 10.000$ Startkapital
  3. Eine Computersimulation simulierte Handelsergebnisse mit einer Trefferquote von 60:40
  4. Jeder Doktorand musste 100 mal hintereinander Geld in beliebiger Höhe einsetzen

Die Doktoranden gaben nun ihren Geldeinsatz für die erste Aktion bekannt. Dann sah man sich das Ergebnis der Computersimulation an. Wenn das Ergebnis positiv war, dann erhielt der Doktorand den doppelten Einsatz zurück. Bei einem negativen Ergebnis verlor er den Einsatz. Diese Prozedur wurde nun 100 mal hintereinander durchgeführt.

Wie wir wissen lag die Trefferquote bei 60%!

Nun die Frage: Wieviele Doktoranden hatten nachher mehr Geld als vorher?

NUR ZWEI!!!!

Wie war das möglich?

Nahezu kein Doktorand hatte ein Konzept, wie und in welcher Höhe er sein Kapital sinnvoll einsetzen könnte. So, wie viele Privatanleger entschied man den Einsatz „aus dem Bauch heraus“. Mal mehr, mal weniger, je nach Stimmungslage. Zu hohe Einsätze können bespielsweise nach Verlustphasen ein Portfolio ins Verderben führen.

Menschen, die nach dem Motto: „If you are in trouble -double“ agieren, werden früher oder später ihr Geld verlieren. Das ist nur eine Frage der Zeit.

Sämtliche Anlageentscheidungen, die wir treffen, ergeben eine Aneinanderreihung von Ergebnissen. Wie im Experiment.

Was man dem Anleger mitgeben kann sind folgende Regeln:

Wenn man sich mit seinem Portfolio im negativen Terrain bewegt, dann sind die Einsatzrisiken zu verringern. Damit bleibt man immer „im Spiel“. Hier bietet sich die prozentuale Steuerung des Risikos jeder Anlage an. Das führt zu einer leichten Risikoerhöhung bei steigendem Portfoliovermögen. So kann das Geld schneller wachsen. Wer planlos seinen Einsatz mal so, mal so gestaltet, der hat große Chancen auf Dauer sein Geld zu verlieren.

Setzen Sie nie mehr als 3% Risiko pro Position ein. Das ist mein Maximum.

Fazit:

Nicht nur das Anlagevehikel und die Richtigkeit der Entscheidung sind relevant für den Anlageerfolg. Das Geldeinsatzverhalten (Positionsgrößensteuerung) spielt eine bedeutende Rolle für erfolgreiches Investieren. Fragen Sie Ihren Berater, nach welchen Kriterien er Ihren Geldeinsatz steuern würde. Hat er keine Antwort auf diese Frage, dann erhöhr sich das Risiko für Sie!