Die Luft wird dünner an den Aktienmärkten

Beitrag von Markus Steinbeis, Geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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Der von uns im letzten Marktbericht erwartete „Goldene Herbst für Risikoanlagen“ entfaltet seine Wirkung. Weltweit stehen die Börsenampeln auf Grün. Starkes globales Wirtschaftswachstum, deutlich steigende Unternehmensgewinne und das vorherrschende Niedrigzinsumfeld treiben die Kurse auf luftige Höhen. Die Zentralbanken führen ihre ultra-expansive Geldpolitik nur äußerst langsam und behutsam zurück. Sie sind derzeit noch nicht bereit, den weltweiten Anlagenotstand zu beenden. Es verwundert daher kaum, dass viele Aktienindizes weltweit auf Rekordniveaus notieren. So handelt der deutsche Aktienindex DAX erstmals in seiner Geschichte jenseits der 13.000-Punkte-Marke und in den USA eilen der Dow Jones- und der Standard & Poor`s 500-Index (S&P 500-Index) von einem Rekord zum nächsten. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Asien: Der japanische Nikkei-Index befindet sich auf einem 20-Jahres-Hoch.

Für uns stellt sich die Frage, wie lange das in dieser Form noch weitergehen kann. Zwar sind die Bewertungen in einigen Segmenten ambitioniert, von einer generellen Überbewertung der Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen kann aber definitiv keine Rede sein. Das fundamentale Umfeld bleibt mit robustem Wirtschaftswachstum und niedriger Inflation nahezu ideal. Der zweitlängste Aktienmarktaufschwung der Geschichte wird dadurch gut unterstützt. Doch dieser Bullenmarkt könnte in den kommenden Monaten an Kraft verlieren und Raum für Korrekturen bieten. Dafür gibt es insbesondere in den USA erste Hinweise. Bei den Bewertungen und jüngsten Kursbewegungen im US-Technologiebereich könnte bereits Euphorie im Spiel sein. Die starke Fokussierung der Investoren auf den Technologiesektor hat dazu geführt, dass ein Großteil des diesjährigen Anstiegs der US-Aktienindizes auf eine Handvoll großer Einzelwerte zurückzuführen ist, die sich mittlerweile auf abenteuerlichen Bewertungsniveaus befinden. Börsianer sprechen von der sogenannten FANG-Gruppe. Dabei steht FANG für die Aktien von Facebook, Amazon, Netflix und Google (bzw. deren Muttergesellschaft Alphabet). Angetrieben von hohen Erwartungen und Phantasie bezüglich zukünftiger Geschäftsaussichten sind die Bewertungen dieser Unternehmen der aktuellen Gewinnentwicklung enteilt. Nur kleine Enttäuschungen in der Geschäftsentwicklung könnten künftig zu massiven Kursverlusten führen.

Aktien bleiben attraktiv, aber Abwärtsrisiken einkalkulieren! „Die Luft wird dünner an den Aktienmärkten“ weiterlesen

Goldener Herbst für Risikoanlagen

Von Markus Steinbeis, Geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker Vermögensverwaltung gmbh

„Der Kursanstieg bei Aktien könnte sich im Herbst fortsetzen“ war eine unserer Überschriften im vergangenen Marktbericht. Nach den Wochen und Monaten der Konsolidierung haben viele Aktienindizes seit Mitte September nun ihren Aufwärtstrend wiederaufgenommen. Diese Konsolidierung ist sowohl im historischen Vergleich als auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Risiken äußerst gering ausgefallen. Die Aktienmärkte bewegen sich weiterhin in einem ausgesprochen freundlichen Umfeld. Das Wirtschaftswachstum verläuft weltweit synchron, aber überwiegend mit einer gemäßigten Dynamik. Das Risiko einer konjunkturellen Überhitzung mit massiv steigenden Inflationsraten bleibt vorerst schwach ausgeprägt. Die aktuelle Preissteigerung erscheint uns als optimal. Zum einen ist sie so hoch, dass eine Deflation oder Rezession nicht zu erwarten ist. Zum anderen ist sie aber nicht groß genug, dass man vor nachhaltig steigenden Zinsen Angst haben müsste. Die Geldpolitik der führenden Notenbanken sollte daher weitgehend expansiv bleiben, auch wenn sich erste Maßnahmen ankündigen, welche die Geldschwemme etwas reduzieren werden. Die Rückführung der Liquiditätsversorgung wird aber in kleinen Minischritten und sehr vorsichtig erfolgen. Damit bleibt die wichtigste Unterstützung für die globalen Aktienmärkte zunächst erhalten: niedrige Zinsen. Zinsanlagen bieten bis auf weiteres keine Alternative zur Sachwertanlage. Der Markt für festverzinsliche Anlagen ist unserer Meinung nach weiterhin dramatisch überbewertet und vergütet dem Anleger in keiner Weise das mit der Investition verbundene Risiko. „Goldener Herbst für Risikoanlagen“ weiterlesen

Marktbericht Juli 2017

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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Notenbankpolitik bleibt expansiv

Die wichtigen Notenbanken weltweit befinden sich in einem Dilemma. Die internationalen Kapitalmärkte mit Liquidität zu fluten ist einfach. Die Liquidität wieder zu entziehen ist aber ein hochriskantes Unterfangen, an dem die Bürokraten in den Zentralbanken unserer Meinung nach scheitern dürften. Die Erfahrungen in der Wirtschaftsgeschichte zeigen immer wieder, dass sich Wirtschaftssubjekte sehr schnell an eine Politik des billigen Geldes gewöhnen. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen, aber vor allem für Staaten. Da trotz steigender Verschuldung bei sinkenden Zinsen die Zinsbelastung nicht ansteigt, wird weiterhin munter auf Kredit konsumiert und investiert. Das ist eindrucksvoll in den USA zu beobachten. So ist seit der Finanzkrise 2006 das Volumen der Kfz-Kredite um über 40 Prozent und der Kredite für Studenten um knapp 150 Prozent angewachsen. Gleichzeitig hat sich in diesem Zeitraum die Staatsverschuldung der USA verdoppelt. Und jetzt sollen die Zinsen nachhaltig steigen? Die privaten und öffentlichen Wirtschaftssubjekte sind viel zu abhängig geworden von der Droge Liquidität. Sie auf Entzug zu setzen, wäre gleichbedeutend mit einer schweren Rezession, wahrscheinlich sogar Depression. Die Auswirkungen wären in einer hoffnungslos überschuldeten Welt katastrophal. Das wissen auch die Notenbanken. Vor diesem Hintergrund sind Schlagworte wie „Zinswende“ oder „Normalisierung der Geldpolitik“ einzuordnen. Es handelt sich hier aus unserer Sicht um nichts weiter als den verzweifelten Versuch der Notenbanken, ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. In der Realität sind sie aber schon längst zu Handlangern eines überschuldeten Systems geworden. Ihre Politik wird weiterhin darauf ausgerichtet sein, die Zahlungsfähigkeit von Staaten und der Finanzbranche aufrecht zu erhalten. Ein offizielles Mandat dafür haben Sie freilich nicht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die nominalen Zinsen können und werden vermutlich steigen. Entscheidend bleibt aber die reale Verzinsung (Nominalzins abzüglich Inflationsrate). Diese bleibt aus unserer Sicht aufgrund der geschilderten Probleme nahe oder unter null. Nur so können Schulden langfristig entwertet werden. Der Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner dürfte also in den kommenden Jahren ungehindert weitergehen. Schlechte Nachrichten für Sparer und deren Altersvorsorge.

Die Europäische Zentralbank zögert noch „Marktbericht Juli 2017“ weiterlesen

China im MSCI Index

Von Dr. Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

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Der Indexanbieter MSCI hat  bekanntgegeben, 222 große chinesische „Festlandaktien“ (A-Shares) in den MSCI China Index und den MSCI Emerging Markets Index aufzunehmen. Mittelfristig könnten rund 450 größere und mittlere Unternehmen folgen.

MSCI rechnet damit, dass in einem ersten Schritt dem Inlandsmarkt rund 18 Milliarden US-Dollar zufließen werden, bei einer vollen Berücksichtigung chinesischer Inlandsaktien könnten dies bis zu 340 Milliarden US-Dollar sein!

Für internationale Investoren wirft diese Entscheidung die Frage auf, ob sie in China nicht attraktive Renditechancen verpassen. Denn viele Investoren sind nach einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung stark untergewichtet, und dies obwohl chinesische Aktien dieses Jahr bereits eine Rendite von rund +23% erzielt haben (MSCI China) und der Markt zu einem der billigsten Märkte weltweit gehört – das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. das Preis-Buch-Verhältnis für 2017E liegen für den MSCI China bei von 13,6x bzw. 1,66x, bei amerikanischen Aktien (S&P 500) beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. der Preis-Buch-Verhältnis dagegen 18,77x bzw. 2,98x. Darüber hinaus macht China durch politische und strukturelle Reformen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig ist China bereits heute die zweitgrößte Volkswirtschaft und wird auf absehbare Zeit die Entwicklungen in Asien dominieren. „China im MSCI Index“ weiterlesen