Gute Renditen mit asiatischen Immobilienaktien und REITs

Von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung GmbH

Die Entwicklung der letzten Jahre ist überzeugend. Attraktive Kursgewinne und hohe Ausschüttungen bei asiatischen Immobilienwerten führten zu auskömmlichen Renditen für die Anleger. Aus unserer Sicht ist es lohnenswert, einen genaueren Blick darauf zu werfen. Wo liegen die Gründe für die hohe Stabilität und Qualität der Immobilieninvestments in Asien?

Wirtschaftswachstum und Urbanisierung lassen Immobilienpreise steigen

Das Umfeld für asiatische Immobilienanlagen ist von einigen wichtigen Faktoren geprägt. Ein stark wachsender Binnenkonsum sowie eine stabile Entwicklung der Industrieproduktion führen zu hoher Dynamik in der Urbanisierung und bilden damit die Basis für hohe Stabilität in der Immobiliennachfrage. Viele Städte sind mit atemberaubender Geschwindigkeit in die Höhe gewachsen: gigantische Wohnanlagen, Bürotürme, Luxushotels und Einkaufszentren prägen meist das Stadtbild. So entwickelte sich beispielsweise die chinesische Stadt Shenzhen in wenigen Jahren vom Fischerdorf zur Millionenmetropole. Zählte die nördlich von Hong Kong liegende Stadt 1979 noch 30.000 Einwohner, sind es derzeit etwa 15 Millionen. Die prognostizierten Wachstumsraten für den asiatischen Immobilienmarkt liegen für die Zukunft daher deutlich über denen für die etablierten Industrieländer. Laut Prognosen werden im Jahr 2023 etwa 50 Prozent der Bevölkerung Asiens in Städten leben. Diese Dynamik wird durch eine expansive Geldpolitik der Notenbanken zusätzlich angeheizt. Als Ergebnis entsteht eine stabil wachsende Nachfrage nach guten Immobilien in allen Bereichen. Singapur und Hongkong sind aus unserer Sicht derzeit die Hochburgen für attraktive Immobilienanlagen.

Attraktives Umfeld für Dividendenjäger

Die Dividendenrenditen bei asiatischen Immobilienwerten erreichen nicht selten 4 bis 6 Prozent p.a.. Diese Ausschüttungen sind insbesondere für Institutionelle Anleger interessant, die auf hohe ordentliche Erträge angewiesen sind, um ihren laufenden Verpflichtungen nachzukommen. Dazu zählen insbesondere Pensionskassen und Stiftungen. Singapur bietet aktuell mit durchschnittlichen Dividendenrenditen von knapp 6 Prozent attraktive Investmentmöglichkeiten. Auch der langfristige Total-Return aus asiatischen REITs kann sich sehen lassen. Hohe Ausschüttungen in Kombination mit Kursgewinnen lieferten in der Vergangenheit nicht selten Jahresrenditen im zweistelligen Prozentbereich.

Steigende Cash-Flows in einem wirtschaftlich prosperierenden Umfeld sollten auch bei steigenden Zinsen dazu führen, dass asiatische Immobilienanlagen den festverzinslichen Bereich schlagen werden. Auch die Dividenden werden wohl in einem derartigen Umfeld weiter ansteigen.

Der Markt für Immobilieninvestments wächst deutlich

Alleine zwischen 2007 und 2017 wuchs die Marktkapitalisierung asiatischer REITs von 39 Gesellschaften und 30 Mrd. US-Dollar auf 88 Unternehmen, die eine Kapitalisierung von ca. 110 Mrd. US-Dollar aufweisen. Die vielfältigen Anlagechancen locken auch die Private Equity Branche an. Man erkennt immer deutlicher das interessante langfristige Potenzial von Immobilien in den Wachstumsregionen des Ostens. Gegenwärtig sind insbesondere Office- und Retail-Immobilien sehr gefragt. Diese Gruppe war im Jahresverlauf 2018 für mehr als die Hälfte der Anlagen in Asien verantwortlich.

Immobilienaktien und REITs aus Asien sind ein wichtiger Baustein in der Vermögensallokation

Im Zuge der strategischen Vermögensverteilung ist es mehr denn je nötig, Asien als festen Bestandteil des Portfolios zu etablieren. Die Wachstumsraten sprechen für eine hohe Stabilität qualitativ hochwertiger Immobilienanlagen. Dem Markt kann sich der Anleger über erfolgreiche Investmentfonds von Spezialisten sowie über direkte Investments in ausgewählte Gesellschaften nähern. Durch aktives Management können zeitweise Über- bzw. Unterbewertungen bei dieser transparenten und flexiblen Zugangsmöglichkeit zum Thema Immobilie genutzt werden. Die aktive Bewirtschaftung eines REITs-Portfolios erschließt dadurch zusätzliche Renditequellen.

Mit Immobilienaktien und REITs besitzt der Investor einerseits einen Vermögensbaustein mit hoher Liquidität im Vergleich zu Direktinvestments und kann gleichzeitig über eine Vielzahl von etablierten Gesellschaften auch erstklassische Immobilien in Bestlagen ansteuern. Namhafte US-Value-Fonds haben aus strategischer Sicht ebenfalls schon frühzeitig ein großes Augenmerk auf diesen interessanten Markt gelegt.

Von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung GmbH

 

Update zum Investment Case Japan

Harald Staudinger ist Investmentexperte für die japanischen und chinesischen Kapitalmärkte  von  ASPOMA Asset Management, einer auf Asien spezialisierten Investmentgesellschaft.

Die neuesten Entwicklungen und Informationen aus Japan untermauern den Investment Case für japanische Aktien.

  • Unternehmensgewinne +22% im Jahresvergleich

Die Unternehmensgewinne zum Fiskaljahresende per Ende März übertrafen die Konsensschätzungen und erreichten ein neues Allzeithoch, ein Plus von 22% gegenüber dem Vorjahr. Während die Netto-Gewinne sämtlicher börsennotierter Unternehmen im Schnitt um 21,7% im Jahresvergleich stiegen, lag die Wachstumsrate bei Nicht-Banken sogar bei 22,7%, wobei Automobilhersteller und –Zulieferer die höchsten Wachstumsraten hatten.

  • Positive Gewinnrevisionen im laufenden Jahr stehen bevor

Wie immer sind die Unternehmen bei ihren Prognosen für die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres übermäßig vorsichtig. Die Gewinnschätzungen liegen im Schnitt bei etwa +/- 0% im Jahresvergleich.  Angesichts weiterhin sehr starker Indikatoren für die Welthandelsentwicklung (Erwartung  für 2018 von 6,9% im Vergleich zu 4,5% in 2017), die einer der wesentlichen Gewinntreiber ist, gehen wir, ähnlich wie im vergangenen Jahr, von  kontinuierlichen positiven Gewinnrevisionen aus.

  • Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

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China-Trends: Tourismusboom – Chinas neue Mittelschicht ist der beste Wachstumstreiber

Liegt das Wirtschaftswachstum in China 2017 bei knapp 7 oder in Wirklichkeit „nur“ bei 4 bis 5 Prozent – und was heißt das für uns? Solche Fragen beschäftigen die Wirtschafts- und Finanzpresse vorrangig. Was dieser Fokus auf das BIP verbirgt: In China wächst eine qualifizierte und gebildete Mittelschicht heran, die mehr Mitglieder hat als die gesamte USA Einwohner. Dieses Wachstum wird die Zukunft in den nächsten Jahren prägen. Viele Bereiche – etwa der Tourismus – werden sich dadurch sehr dynamisch entwickeln.

Man muss die Zahlen über China in Relation zu anderen Ländern setzen – erst dann wird ihre enorme Dimension begreifbar: In den USA, dem Land mit der weltweit drittgrößten Bevölkerung, leben 321 Millionen Menschen; in der gesamten Europäischen Union rund 500 Millionen. In China indes wird allein die Zahl der städtischen Haushalte bis zum Jahr 2022 auf rund 350 Millionen (rund 900 Millionen Menschen) wachsen. Gut 300 Millionen Haushalte sollen dann über mehr als 9.000 US-Dollar jährlich verfügen, rund 220 Millionen sogar über 15.000 bis 34.000 Dollar – das entspricht eine realen Kaufkraft, die zwischen der von Brasilien am unteren und der von Italien am oberen Ende rangiert.

Gut ausgebildet und neugierig auf die Welt

Obwohl es viele Deutsche nicht wissen: Die chinesische Mittelschicht ist nicht nur gut ausgebildet und teils sogar hoch qualifiziert bzw. spezialisiert. Sie eint zudem der unbändige Wunsch zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln. Dazu gehört, dass immer mehr Chinesen im In- und Ausland verreisen wollen und es sich auch leisten können. Getrieben wird der Wunsch, die Welt kennenzulernen, von den sozialen Medien, über die sich dieses Volk mit Freunden und Bekannten offenbar stärker austauscht als der Rest der Welt – auch über den Urlaub. Nach einer Studie von McKinsey leben in China die weltweit aktivsten Social-Media-Nutzer: 95 Prozent der Befragten haben ein Konto bei einer Plattform wie WeChat oder Sina Weibo.

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Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße

Von Harald Staudinger, Geschäftsführender Gesellschafter – Aspoma Asset Management

„One Belt, One Road“: So heißt der brillante Plan, mit dem China den eurasischen Wirtschaftsraum erschließen will – zum eigenen Nutzen, aber auch zum Nutzen der Länder entlang dieser neuen Seidenstraße, die China näher an Westeuropa heranrücken soll. Nach unserer Einschätzung zeigen die bereitgestellten Mittel deutlich, dass es China sehr ernst ist mit dem Ausbau der gigantischen Infrastruktur zwischen Peking, Moskau und Venedig. Für Finanzinvestoren bietet das junge Projekt viele Chancen – in China und Europa!

Vor Kurzem hatte ich Gelegenheit, mir mit einer österreichischen Wirtschaftsdelegation einen Eindruck über die Dimensionen der Seidenstraße-Initiative zu verschaffen. Diese „Silk Road Exploration Tour“ führte uns von Peking, Xi’an und Urumqi über Khorgos an der kasachischen Grenze bis nach Almaty, dem wirtschaftlichen Zentrum Kasachstans. Ziel war es zu ergründen, wie europäische Investoren und Unternehmen von der „One Belt, One Road“-Initiative (OBOR) profitieren können. „Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße“ weiterlesen