Frauen und Geldanlage

Von Katja Miko, Wealth Managerin bei der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Frauengeldanlage, eine Frage der Generation?

Geldanlage war lange Zeit eine Männerdomäne. Früher kümmerte sich meist der Mann als Hauptverdiener um die Finanzangelegenheiten der Familie. Damit fällt es der Frauengeneration 55 plus oft noch immer schwer, die Vermögensanlage selbst in die Hand zu nehmen. Bei dieser Generation ist die Finanzplanung nach wie vor noch zu stark an den Bedürfnissen des Mannes ausgerichtet. Doch genau bei diesen Frauen entstehen nicht selten durch zu lange Erwerbspausen große Lücken in der Versorgung. Anders ist es bei der jüngeren Frauengeneration. Diese ist häufig schon frühzeitig beruflich erfolgreich und besitzt höhere Einstiegsgehälter. Sie denken früher daran Geld zur Seite zu legen und aktiv damit umzugehen, um sich eine finanzielle Freiheit und Sicherheit aufzubauen. Dabei sollten die Anlagen zu den jeweiligen Lebensumständen passen.

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China-Trends: Pharma & Co. vor großem Wachstumsschub

Von Dr. Clemens Kustner, ASPOMA Asset Management


Kluge Investoren setzen auf langfristige Trends. Der stark wachsende Gesundheitsmarkt in China ist so ein Trend: Nach Branchenschätzungen dürfte der Health-Care-Sektor bis 2020 um 10 % jährlich zulegen – auch wenn das Wirtschafts­wachstum schwächeln sollte. Umso schöner, dass aussichts­reiche Pharma-Titel aus dem Reich der Mitte billig zu haben sind.

Die Treiber hinter dem Wachstum des Health-Care-Markts in China sind zahlreich und robust: Das Land hat mit knapp 1,4 Milliarden Menschen den größten weltweit größten Patienten-Pool, und der Anteil älterer Personen steigt rasch. Hinzu kommen steigende Behandlungsquoten sowie verbesserte Leistungen der Krankenversicherer. Last but not least können sich auch immer mehr Chinesen eine private Krankenpolice leisten – das vergrößert die Nachfrage nach medizinischen Leistungen ebenfalls.

80 Prozent der Diabetiker in China noch unerkannt „China-Trends: Pharma & Co. vor großem Wachstumsschub“ weiterlesen

Spread Trade – Fuchs Petrolub

Verantwortlich für den Inhalt:  Marc Siebel, Geschäftsführer der Peacock Capital

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Wir möchten aktuell eine besondere Sondersituation ausnutzen. Zuweilen kommt es vor, dass zwei Gattungen eines Unternehmens (in diesem Fall Vorzüge und Stämme) zu deutlich unterschiedlichen Kursen notieren. Der „Spread“ ist ungewöhnlich hoch auch unter Berücksichtigung der Argumente Stimmrechte und Liquidität. Wichtig ist dabei, nicht die Risiken von Kursmanipulationen aus den Augen zu lassen. Man erinnere sich an die stark gehebelte Wette der WestLB auf den Spread zwischen Volkswagen-Stämmen und Vorzügen. Auch hier war der Unterschied historisch hoch, man hoffte auf ein „reinlaufen“ des Bewertungsunterschiedes, sprich des „Spreads“. Diese Investments gelten i.d.R. als risikoarm, ist man bei Vorzügen in diesem Fall „long“ (i.d.R. Kursabschlag wegen fehlendem Stimmrecht), gleichzeitig „short“ auf die Stammaktien. Unabhängig vom Kursverlauf des Aktienmarktes profitiert man also von einer Verengung der Kursabstände. Einem Kursverfall der einen Aktie steht bei fallenden Märkten ebenfalls ein Kursverfall der „Short“-Position entgegen, der Verlust wäre damit absolut betrachtet auch bei stark fallenden Aktienmärten im Idealfall ausgeglichen. Nur hatte man die Rechnung nicht mit Herrn Piech gemacht. Das Übernahmeangebot von Porsche sorgte für einen höheren Kursverfall der Vorzugsaktien als der der Stammaktien. Der „Spread“ weitete sich aus statt sich einzuengen. Die Tatsache, dass die Bank einen hohen Leverage (deutsch: Hebel) einsetzte, führte zu immensen Verlusten. „Spread Trade – Fuchs Petrolub“ weiterlesen

Marktbericht Juli 2017

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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Notenbankpolitik bleibt expansiv

Die wichtigen Notenbanken weltweit befinden sich in einem Dilemma. Die internationalen Kapitalmärkte mit Liquidität zu fluten ist einfach. Die Liquidität wieder zu entziehen ist aber ein hochriskantes Unterfangen, an dem die Bürokraten in den Zentralbanken unserer Meinung nach scheitern dürften. Die Erfahrungen in der Wirtschaftsgeschichte zeigen immer wieder, dass sich Wirtschaftssubjekte sehr schnell an eine Politik des billigen Geldes gewöhnen. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen, aber vor allem für Staaten. Da trotz steigender Verschuldung bei sinkenden Zinsen die Zinsbelastung nicht ansteigt, wird weiterhin munter auf Kredit konsumiert und investiert. Das ist eindrucksvoll in den USA zu beobachten. So ist seit der Finanzkrise 2006 das Volumen der Kfz-Kredite um über 40 Prozent und der Kredite für Studenten um knapp 150 Prozent angewachsen. Gleichzeitig hat sich in diesem Zeitraum die Staatsverschuldung der USA verdoppelt. Und jetzt sollen die Zinsen nachhaltig steigen? Die privaten und öffentlichen Wirtschaftssubjekte sind viel zu abhängig geworden von der Droge Liquidität. Sie auf Entzug zu setzen, wäre gleichbedeutend mit einer schweren Rezession, wahrscheinlich sogar Depression. Die Auswirkungen wären in einer hoffnungslos überschuldeten Welt katastrophal. Das wissen auch die Notenbanken. Vor diesem Hintergrund sind Schlagworte wie „Zinswende“ oder „Normalisierung der Geldpolitik“ einzuordnen. Es handelt sich hier aus unserer Sicht um nichts weiter als den verzweifelten Versuch der Notenbanken, ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. In der Realität sind sie aber schon längst zu Handlangern eines überschuldeten Systems geworden. Ihre Politik wird weiterhin darauf ausgerichtet sein, die Zahlungsfähigkeit von Staaten und der Finanzbranche aufrecht zu erhalten. Ein offizielles Mandat dafür haben Sie freilich nicht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die nominalen Zinsen können und werden vermutlich steigen. Entscheidend bleibt aber die reale Verzinsung (Nominalzins abzüglich Inflationsrate). Diese bleibt aus unserer Sicht aufgrund der geschilderten Probleme nahe oder unter null. Nur so können Schulden langfristig entwertet werden. Der Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner dürfte also in den kommenden Jahren ungehindert weitergehen. Schlechte Nachrichten für Sparer und deren Altersvorsorge.

Die Europäische Zentralbank zögert noch „Marktbericht Juli 2017“ weiterlesen