Die Angst vor steigenden Zinsen

Der Februar war gekennzeichnet durch ausgeprägte Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten. Das für die Aktienmärkte so oft an dieser Stelle beschriebene ideale Umfeld aus niedriger Inflation, niedrigen Zinsen sowie starkem globalen Wirtschaftswachstum bekam erste Kratzer. Wir hatten erstmals in unserem Marktbericht im November 2017 auf die Risiken hingewiesen, dass diese Kombination historisch extrem selten und sicherlich nicht trendfähig ist. Seit dieser Zeit hat die konjunkturelle Dynamik im Einklang mit der Zuversicht der Investoren nochmals zugelegt. Umfragen unter Anlegern legten die Vermutung nahe, dass angesichts des starken Wirtschaftsaufschwungs Aktien eigentlich gar nicht mehr fallen können – was für ein Trugschluss. Es bedurfte nur eines Auslösers für eine Abkühlung des Optimismus und damit einer Korrektur. Letztendlich übernahm diese Funktion der US-Arbeitsmarktbericht vom Januar, in dem von einem deutlichen Anstieg der Stundenlöhne berichtet wurde. Steigen die Löhne, steigen die Inflationsraten und damit die Zinsen, lautet die einfache Kausalkette vieler Anleger. Und tatsächlich, die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen stiegen auf 2,9 Prozent, 0,5 Prozent über dem Niveau vor einigen Monaten.

In einer völlig überschuldeten Welt ist das eine nennenswerte Bewegung. Zudem konkurrieren Anleihen mit anderen Anlageklassen wie Aktien. Bei nun steigenden Zinsen stellen Anleihen in den USA wieder eine Alternative zum Aktienmarkt dar. Diese Tatsache in Verbindung mit hohem Optimismus der Anleger sorgte für erratische Kursverluste von über 10 Prozent bei vielen internationalen Indizes.

Sorge vor steigenden Zinsen hat mehrere Ursachen

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Durchbruch bei Gentherapien

Novartis und Gilead schaffen 2017 die Wende

Die Geschichte von Gentherapien ist noch vergleichsweise jung. Der erste Patient ist 1999 kurz nach Behandlungsbeginn gestorben. Das erste gentherapeutische Medikament, das 2012 in einem westlichen Land zugelassen wurde, nahm der Hersteller fünf Jahre später mangels kommerziellen Erfolgs vom Markt. Doch jetzt kam für Gentherapien der Durchbruch.
Von Mario Linimeier, Managementteam der Firma Medical Strategy

Der 18-jährige Amerikaner Jesse Gelsinger hatte an einer erblich bedingten Stoffwechselstörung der Leber gelitten. Mit Hilfe der Gentherapie sollte seine Erkrankung behandelt werden. Doch die Therapie schlug fehl. Vier Tage nach Behandlungsbeginn starb Gelsinger im September 1999. „Durchbruch bei Gentherapien“ weiterlesen

Denkst Du noch selbst oder bist Du schon virtuell? Chancen und Grenzen Künstlicher Intelligenz

Von Markus Merkel, Leiter Mandate und Kooperationspartner der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh in München

Neben „Blockchain“ und „Bitcoin“ sind Einsatzmöglichkeiten rund um Konzepte so genannter „Künstlicher Intelligenz“ (KI) eine der wohl am meisten diskutierten Innovationen der jüngeren Vergangenheit. KI versteht sich dabei als Schnittstellentechnologie von Informationsverarbeitung (Big Data), Digitalisierung, Robotik, Psychologie, Haustechnik, Verkehrswesen u.a.m. Regelmäßige Leser unserer Kolumne wissen es: Strukturelle Wachstumstreiber und neue Herangehensweisen, die althergebrachte Standards auf den Kopf stellen, sind ergänzender Bestandteil unserer Investmentlösungen. Dieser Aufsatz unternimmt insofern den Versuch die vielfältigen Ausprägungen Künstlicher Intelligenz einzuwerten und bereits heute für den Kapitalanleger nutzbare Geschäftsmodelle anzusprechen.

Breites Anwendungsspektrum

Nach allgemeiner Lesart meint Künstliche Intelligenz einen Zweig der Informatik, der sich mit der Entwicklung von Computersystemen befasst, die selbständig Funktionen ausführen können, für die normalerweise menschliche Intelligenz erforderlich ist. Beispielsweise logisches Denken, Problemlösung, Lernen aus Erfahrung oder Bild- und Spracherkennung.

Eine schematische Klassifizierung der Anwendungsgebiete Künstlicher Intelligenz lässt folgende dreiteilige Einteilung zu: Anwendungen rund um bislang rein menschliche Sensorik, bei der Sinne optimiert oder erstmals entwickelt werden. Etwa im Zusammenhang mit Mustererkennung von Gesichtern an Flughäfen oder Haustüren, in der Bildverarbeitung und nicht zuletzt bei sprachlicher Interaktion mit dem elektronischen Butler (Siri, Alexa etc.) Des Weiteren kommt Künstliche Intelligenz immer dort zur Anwendung, wenn es darum geht, umfangreiches, gleichwohl gleichartig strukturiertes Daten- und Textmaterial aufzuarbeiten und auszuwerten. Hierbei werden Menschen von stupiden Routinetätigkeiten mit hoher Fehleranfälligkeit ermüdungsfrei entlastet. Letztlich bildet Künstliche Intelligenz überall dort eine erweiternde Dimension zu bestehenden Apparaten, wo Präzisionstechnik in Verbindung mit hohen Qualitätsanforderungen und bei großen Stückzahlen gefordert sind, wie etwa in der Fertigungstechnik der Automobilwirtschaft. Denken wir aber auch an (Haushalts-)roboter, die dialogorientiert und interaktiv Abläufe verlässlich gestalten, autonome Fahrzeuge oder auch Operationstechnik im Bereich Humanmedizin.

Die eine, einzigartige KI-Anwendung gibt es in unser aller täglichem Leben also nicht. Vielmehr bestehen bereits heute vielfältige Verzahnungen, manches offensichtlich, anderes eher mittelbar.

Künstliche Intelligenz hält Einzug in der Finanzindustrie

In der Finanzindustrie finden sich derzeit drei Ausprägungen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. So hat die Investmentindustrie dedizierte Branchenfonds aufgelegt, die als technologische Sektorfonds mit entsprechendem Chance-/Risikoprofil entlang der Wertschöpfungskette der Künstlichen Intelligenz investieren. Andere Anbieter versuchen, als Weiterentwicklung quantitativer Auswahlprozesse, Investmentfonds rein durch selbstlernende Algorithmen verwalten zu lassen. Der Nachweis eines Mehrwerts solcher Vorgehensweisen steht ebenso noch aus, wie die dauerhafte Daseinsberechtigung der zuletzt, gleich Pilzen aus dem Boden schießenden Robo-Advisors. Einen sehr maßgeblichen Einfluss kann Künstliche Intelligenz jedoch auf das traditionelle Berufsbild des Investmentanalysten haben. Werden Research-Empfehlungen zukünftig mehr und mehr durch selbstlernende Auswertungen immenser Datenmengen formuliert oder bleibt Künstliche Intelligenz nur der Co-Pilot des eigenständigen Analysten bzw. Fondsmanagers, der ihm das Studium schematisierter Bilanzen und Geschäftsberichte abnimmt?

Jetzt in Künstliche Intelligenz investieren?

Wie dem auch sei: Ein abschließendes Urteil, ob Investitionen in Künstliche Intelligenz smarte Investitionschancen bieten oder nur ein weiteres technologisches Millionengrab darstellen werden, kann derzeit noch nicht getroffen werden. Es ist durchaus nicht unüblich für Innovationen solcher Art, dass es häufig die marktführenden Unternehmen sind, die in den jeweiligen Teilbereichen dauerhaft investitionswürdige Geschäftsmodelle entstehen lassen. Es kann ein guter Plan sein, sich denjenigen Firmen zuzuwenden, die Fahrzeuge sicher und parkraumsparend durch den Verkehrsfluss steuern, bundesweiten Kapazitätsausgleich innerhalb von Stromnetzen sicherstellen, an Verkehrsknotenpunkten die Sicherheit zur Terrorabwehr erhöhen, alleinstehenden Menschen bei der selbständigen Gestaltung ihres Alltags helfen, unser Reise- und Konsumverhalten individualisieren oder das Arbeitsleben vereinfachen und aufwerten.

Bei der Verwaltung von Kundengeldern zählt Mensch und Maschine – genau in dieser Reihenfolge

Wir bei steinbeis und häcker vermögensverwaltung sind aktuell der Überzeugung, dass Künstliche Intelligenz immer nur eine Arbeitshilfe zur Aufbereitung gleichförmig strukturierten, umfangreichen Datenmaterials sein kann, niemals aber langjährige Erfahrung und damit verbunden sachkundiges Agieren an stetig komplexer werdenden Kapitalmärkten ersetzen kann. Auch Empathie und Intuition im zwischenmenschlichen Gespräch mit Unternehmenslenkern werden immer eine beratende Dömane bleiben, an die Kollege Computer allein nicht heranzureichen vermag. Das Zusammenspiel von Mensch und Maschine unter dem Primat des Menschen sollte also im Sinne der anvertrauten Kundengelder nicht voreilig ausgeblendet werden.

 

Zinsanstieg erhöht kurzfristig die Nervosität an den Finanzmärkten

Kolumne von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Der jüngste weltweite Anstieg der Renditen erhöht derzeit die Nervosität vieler Investoren und führt zu intensiven Schwankungen an den internationalen Kapitalmärkten. Die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen nähert sich Schritt für Schritt der von uns erwarteten 3-Prozent-Marke, welche die Obergrenze des jahrzehntelangen Abwärtstrends der Renditen darstellt und deshalb von Anlegern mit Argusaugen verfolgt wird.

Entscheidend bleiben aus unserer Sicht aber weiterhin die realen Zinsen, d.h. die nominalen Zinsen abzüglich der Inflationsrate. Nur zur Erinnerung: Wir haben immer wieder betont, dass wir keinen dauerhaften und nachhaltigen Anstieg der realen Renditen weltweit erwarten, die in einer hoffnungslos überschuldeten Welt dramatische Verwerfungen zur Folge hätten. Auch derzeit werden die nominalen Zinsen von einem deutlichen Anstieg der Inflationserwartungen in USA begleitet. „Zinsanstieg erhöht kurzfristig die Nervosität an den Finanzmärkten“ weiterlesen