Bald wieder mehr M&A-Deals im Healthcare-Bereich

Von Mario Linimeier Healthcare-Analyst  bei der Fondsboutique Medical Strategy. 

Donald Trumps geplante Steuerreformen könnten das  Übernahmekarussell im Gesundheitswesen auf Touren bringen

Im vergangenen Jahr haben im Healthcare-Sektor Firmenzusammenschlüsse und Übernahmen (M&A) mit einem  weltweiten Volumen von 283,4 Mrd. USD stattgefunden. Das war immerhin der dritthöchste Wert seit 2001, aber nichts im Vergleich zum Jahr zuvor. 2015 belief sich das globale M&A-Volumen auf 392,4 Mrd. USD. Der Rückgang lag 2016 somit bei rund 30%.

Hauptgrund für die rückläufigen M&A-Aktivitäten waren neue steuerliche Regelungen, mit denen Washington etwa die Übernahme von Allergan durch Pfizer verhindert hatte. Wäre der Deal zustande gekommen, hätte das
globale M&A-Volumen im Healthcare- Bereich einen neuen Rekord erzielt. Jetzt könnten es erneut steuerliche Änderungen sein, die die M&A-Aktivitäten beeinflussen – nur in die andere Richtung.

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Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße

Von Harald Staudinger, Geschäftsführender Gesellschafter – Aspoma Asset Management

„One Belt, One Road“: So heißt der brillante Plan, mit dem China den eurasischen Wirtschaftsraum erschließen will – zum eigenen Nutzen, aber auch zum Nutzen der Länder entlang dieser neuen Seidenstraße, die China näher an Westeuropa heranrücken soll. Nach unserer Einschätzung zeigen die bereitgestellten Mittel deutlich, dass es China sehr ernst ist mit dem Ausbau der gigantischen Infrastruktur zwischen Peking, Moskau und Venedig. Für Finanzinvestoren bietet das junge Projekt viele Chancen – in China und Europa!

Vor Kurzem hatte ich Gelegenheit, mir mit einer österreichischen Wirtschaftsdelegation einen Eindruck über die Dimensionen der Seidenstraße-Initiative zu verschaffen. Diese „Silk Road Exploration Tour“ führte uns von Peking, Xi’an und Urumqi über Khorgos an der kasachischen Grenze bis nach Almaty, dem wirtschaftlichen Zentrum Kasachstans. Ziel war es zu ergründen, wie europäische Investoren und Unternehmen von der „One Belt, One Road“-Initiative (OBOR) profitieren können. „Chinas genialer Plan: Die Neue Seidenstraße“ weiterlesen

Marktbericht Mai 2017

Euroland bleibt auf Wachstumskurs

In Euroland stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Das sollte sich aus unserer Sicht auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Allen politischen Unsicherheiten zum Trotz haben sich die Aussichten für die kommenden Monate nochmals etwas verbessert. So kletterte beispielsweise im Mai der viel beachtete Ifo-Geschäftsklima-Index auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung 1991 und untermauert damit die hohe Dynamik der deutschen Wirtschaft. Zudem erhält die Wachstumslokomotive Deutschland Unterstützung von weiteren Euroländern. Die breiten Einkaufsmanagerindizes notieren auf den höchsten Ständen seit sechs Jahren und signalisieren damit eine zunehmende Homogenität des Aufschwungs. Viele Institutionen wie der Internationale Währungsfonds, oder die Europäische Zentralbank (EZB) werden ihre Wachstumsprognosen weiter nach oben anpassen müssen. Trotz aller Euphorie sind wir uns bewusst, dass das derzeitige hohe Wachstumstempo längerfristig hohen Risiken ausgesetzt ist. Die Reformunfähigkeit Frankreichs, die Zahlungsschwierigkeiten Griechenlands, die Bankenprobleme in Italien sowie die Brexit-Verhandlungen schwelen als ungelöste Probleme weiter. Nach den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich treten diese Themen aber bis auf weiteres in den Hintergrund und viele, meist angelsächsische, Euroskeptiker müssen ihre Positionen überdenken. Es hat sich also ein Zeitfenster geöffnet, in dem viele politischen Risiken ausgeblendet werden und Anlagen in Euroland dadurch für internationalen Investoren an Attraktivität gewinnen. Der Euro sollte in diesem Szenario weiterhin gegenüber vielen anderen Währungen aufwerten können.

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Die Chinesen und das Internet – eine Love-Story

Von Dr. Clemens Kustner, ASPOMA Asset Management

Wer wissen will, wie wir künftig einkaufen, lernen und unser soziales Leben organisieren werden, sollte nach China schauen. Nirgendwo sonst ist der Trend zur Digitalisierung stärker als dort, nirgendwo sonst lassen sich die Menschen vorbehaltloser darauf ein. Die Chinesen und das Internet – das ist eine Love-Story, die auch Investoren gut gefallen dürfte.

Wagen wir ein Gedankenexperiment: Stellen wir uns eine Volkswirtschaft vor, die mit dem Ausbau ihrer Infrastruktur erst vor wenigen Jahren begonnen hat. Anders als in Europa und Amerika gibt es weder ein effizientes Gesundheitswesen noch flächendeckend Supermärkte und Discounter. Ein Telefonnetz im klassischen Sinn ist ebenso wenig vorhanden wie ein dichtes Filialsystem der Banken. Klingt erst mal nicht so gut, aber: Regierung wie auch Unternehmen verfügen über erhebliche Mittel, um zu investieren. Zudem ist der Markt für solche und weitere Dienstleistungen etwa vier Mal so groß wie in den USA.

Wer ist hier das Entwicklungsland? „Die Chinesen und das Internet – eine Love-Story“ weiterlesen