Spread Trade – Fuchs Petrolub

Verantwortlich für den Inhalt:  Marc Siebel, Geschäftsführer der Peacock Capital

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Wir möchten aktuell eine besondere Sondersituation ausnutzen. Zuweilen kommt es vor, dass zwei Gattungen eines Unternehmens (in diesem Fall Vorzüge und Stämme) zu deutlich unterschiedlichen Kursen notieren. Der „Spread“ ist ungewöhnlich hoch auch unter Berücksichtigung der Argumente Stimmrechte und Liquidität. Wichtig ist dabei, nicht die Risiken von Kursmanipulationen aus den Augen zu lassen. Man erinnere sich an die stark gehebelte Wette der WestLB auf den Spread zwischen Volkswagen-Stämmen und Vorzügen. Auch hier war der Unterschied historisch hoch, man hoffte auf ein „reinlaufen“ des Bewertungsunterschiedes, sprich des „Spreads“. Diese Investments gelten i.d.R. als risikoarm, ist man bei Vorzügen in diesem Fall „long“ (i.d.R. Kursabschlag wegen fehlendem Stimmrecht), gleichzeitig „short“ auf die Stammaktien. Unabhängig vom Kursverlauf des Aktienmarktes profitiert man also von einer Verengung der Kursabstände. Einem Kursverfall der einen Aktie steht bei fallenden Märkten ebenfalls ein Kursverfall der „Short“-Position entgegen, der Verlust wäre damit absolut betrachtet auch bei stark fallenden Aktienmärten im Idealfall ausgeglichen. Nur hatte man die Rechnung nicht mit Herrn Piech gemacht. Das Übernahmeangebot von Porsche sorgte für einen höheren Kursverfall der Vorzugsaktien als der der Stammaktien. Der „Spread“ weitete sich aus statt sich einzuengen. Die Tatsache, dass die Bank einen hohen Leverage (deutsch: Hebel) einsetzte, führte zu immensen Verlusten. „Spread Trade – Fuchs Petrolub“ weiterlesen

Marktbericht Juli 2017

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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Notenbankpolitik bleibt expansiv

Die wichtigen Notenbanken weltweit befinden sich in einem Dilemma. Die internationalen Kapitalmärkte mit Liquidität zu fluten ist einfach. Die Liquidität wieder zu entziehen ist aber ein hochriskantes Unterfangen, an dem die Bürokraten in den Zentralbanken unserer Meinung nach scheitern dürften. Die Erfahrungen in der Wirtschaftsgeschichte zeigen immer wieder, dass sich Wirtschaftssubjekte sehr schnell an eine Politik des billigen Geldes gewöhnen. Das gilt für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen, aber vor allem für Staaten. Da trotz steigender Verschuldung bei sinkenden Zinsen die Zinsbelastung nicht ansteigt, wird weiterhin munter auf Kredit konsumiert und investiert. Das ist eindrucksvoll in den USA zu beobachten. So ist seit der Finanzkrise 2006 das Volumen der Kfz-Kredite um über 40 Prozent und der Kredite für Studenten um knapp 150 Prozent angewachsen. Gleichzeitig hat sich in diesem Zeitraum die Staatsverschuldung der USA verdoppelt. Und jetzt sollen die Zinsen nachhaltig steigen? Die privaten und öffentlichen Wirtschaftssubjekte sind viel zu abhängig geworden von der Droge Liquidität. Sie auf Entzug zu setzen, wäre gleichbedeutend mit einer schweren Rezession, wahrscheinlich sogar Depression. Die Auswirkungen wären in einer hoffnungslos überschuldeten Welt katastrophal. Das wissen auch die Notenbanken. Vor diesem Hintergrund sind Schlagworte wie „Zinswende“ oder „Normalisierung der Geldpolitik“ einzuordnen. Es handelt sich hier aus unserer Sicht um nichts weiter als den verzweifelten Versuch der Notenbanken, ihre Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. In der Realität sind sie aber schon längst zu Handlangern eines überschuldeten Systems geworden. Ihre Politik wird weiterhin darauf ausgerichtet sein, die Zahlungsfähigkeit von Staaten und der Finanzbranche aufrecht zu erhalten. Ein offizielles Mandat dafür haben Sie freilich nicht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Die nominalen Zinsen können und werden vermutlich steigen. Entscheidend bleibt aber die reale Verzinsung (Nominalzins abzüglich Inflationsrate). Diese bleibt aus unserer Sicht aufgrund der geschilderten Probleme nahe oder unter null. Nur so können Schulden langfristig entwertet werden. Der Vermögenstransfer vom Gläubiger zum Schuldner dürfte also in den kommenden Jahren ungehindert weitergehen. Schlechte Nachrichten für Sparer und deren Altersvorsorge.

Die Europäische Zentralbank zögert noch „Marktbericht Juli 2017“ weiterlesen

Marktbericht Juni 2017

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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Euroland überrascht weiter

Im Euro-Raum hat sich die konjunkturelle Dynamik weiter gefestigt. So konnte der viel beachtete deutsche Ifo-Geschäftsklima-Index im Juni das höchste Niveau seiner Geschichte markieren. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Bauwirtschaft und Dienstleistungen zeigen sich derzeit sehr optimistisch. So verwundert es nicht, dass das Ifo-Institut seine Wachstumsprognosen für das deutsche Bruttoinlandsprodukt für 2017 nochmal leicht auf 1,8 Prozent angehoben hat. Diese erfreuliche Entwicklung erstreckt sich aber nicht ausschließlich auf Deutschland. Die Einkaufsmanagerindizes in vielen europäischen Ländern geben ebenfalls Zuversicht für die kommenden Monate. In Frankreich notiert dieser Konjunktur-Indikator beispielsweise auf dem höchsten Niveau seit sechs Jahren. Apropos Frankreich: Präsident Macron verfügt nach den Wahlen nun auch über eine breite parlamentarische Mehrheit. Es bleibt abzuwarten, inwieweit er in der Lage sein wird, sein Reformprogramm in Frankreich gegen das Establishment und die Gewerkschaften durchzusetzen, um weitere Wachstumspotentiale zu heben. Zudem mehren sich die Anzeichen, dass eine engere wirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit konjunkturstimulierenden Maßnahmen zwischen Paris und Berlin nach den deutschen Wahlen auf der Agenda steht. Wie schon mehrmals an dieser Stelle beschrieben, halten wir für die kommenden Monate an unserer positiven Einschätzung für die Euroland-Konjunktur fest. Die aktuelle Dynamik erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der gegenwärtige Aufschwung noch stärker ausfallen wird, als selbst wir das Ende letzten Jahres erwartet hatten.

Erfreuliches Wachstum weltweit „Marktbericht Juni 2017“ weiterlesen

China im MSCI Index

Von Dr. Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

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Der Indexanbieter MSCI hat  bekanntgegeben, 222 große chinesische „Festlandaktien“ (A-Shares) in den MSCI China Index und den MSCI Emerging Markets Index aufzunehmen. Mittelfristig könnten rund 450 größere und mittlere Unternehmen folgen.

MSCI rechnet damit, dass in einem ersten Schritt dem Inlandsmarkt rund 18 Milliarden US-Dollar zufließen werden, bei einer vollen Berücksichtigung chinesischer Inlandsaktien könnten dies bis zu 340 Milliarden US-Dollar sein!

Für internationale Investoren wirft diese Entscheidung die Frage auf, ob sie in China nicht attraktive Renditechancen verpassen. Denn viele Investoren sind nach einer mehrjährigen Seitwärtsbewegung stark untergewichtet, und dies obwohl chinesische Aktien dieses Jahr bereits eine Rendite von rund +23% erzielt haben (MSCI China) und der Markt zu einem der billigsten Märkte weltweit gehört – das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. das Preis-Buch-Verhältnis für 2017E liegen für den MSCI China bei von 13,6x bzw. 1,66x, bei amerikanischen Aktien (S&P 500) beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bzw. der Preis-Buch-Verhältnis dagegen 18,77x bzw. 2,98x. Darüber hinaus macht China durch politische und strukturelle Reformen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig ist China bereits heute die zweitgrößte Volkswirtschaft und wird auf absehbare Zeit die Entwicklungen in Asien dominieren. „China im MSCI Index“ weiterlesen