„Mein Name ist Bond – Green Bond!“

Dr. Stefan Klotz ist geschäftsführender Gesellschafter der Asset Impact GmbH. Das Münchner Unternehmen treibt das wirksame Investieren voran, und verbindet dabei die klassischen Finanzmarktansätze mit neuen Nachhaltigkeitsgedanken. 

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Seit einiger Zeit ist die Anlagewelt etwas bunter geworden, denn Bonds – oder auf gut deutsch einfach „Anleihen“ – gibt es nun auch in grüner Farbe:

Dies bedeutet natürlich nicht, dass die Anleihenurkunden grün gedruckt würden, sondern: Green Bonds finanzieren Projekte, die auch ökologischen Nutzen stiften. Dabei werden Green Bonds nicht von grünen Spinnern herausgegeben, sondern von bekannten Adressen der Finanzwelt, beispielsweise Versorger wie Italiens ENEL, die österreichische Verbund oder die RWE-Abspaltung innogy, Finanzkonzernen wie der Société Générale, SEB oder ING, aber auch Förderbanken wie die KfW oder EIB; sogar der französische Staat zählt bereits zu den Green-Bond-Emittenten. Man ahnt („Mein Name ist Bond“!): Green Bonds sind typischerweise ganz normale Anleihen, börsennotiert und geratet; und sie zahlen Zinsen in der gleichen Höhe, wie man es sonst von dem jeweiligen Emittenten gewohnt ist.

Anlegerfreundliches Konzept

Zum Green Bond macht eine Anleihe der ökologische Zweck, zusammen mit der Bereitschaft des Emittenten, transparent zu sein und virtuell eine separate Kasse zu führen. Die Transparenz versteht sich von selbst: Es genügt natürlich nicht, als Emittent treuherzig zu versichern, man werde das eingenommene Geld schon irgendwie umweltfreundlich verwenden. Vielmehr müssen die finanzierten Projekte möglichst detailliert beschrieben werden. Dies wird nicht nur vor der Ausgabe der Anleihe erwartet, sondern auch regelmäßig während deren Laufzeit. Um die klare Zuordnung zu gewährleisten, muss der Emittent, zumindest rechnerisch, das durch den Green Bond aufgenommenen Kapitals von seinen restlichen Geldern abgrenzen. Trotzdem haftet der Emittent für den Green Bond mit seinem gesamten Vermögen. Für die Anleger eine ideale Konstruktion: Sie wissen, dass sie regenerative Energien unterstützen, energetische Gebäudesanierung, nachhaltigen Verkehr oder ökologische Bildung – und gleichzeitig müssen sie keine Abstriche von der marktgerechten Verzinsung und der Bonität machen.

Rasantes Wachstum

So ist es kein Wunder, dass dieses Anlagesegment seit Jahren in hohem Tempo wächst: Aktuell gibt es bereits rund dreimal so viele Green Bonds wie noch Ende 2015. Zugegeben: Diese Wachstumsstory spielt sich in einer Nische ab. Noch machen Green Bonds nicht einmal 1% des weltweiten Anleihe-Volumens aus. Dafür wird ihre Bedeutung klar gesehen: Bereits am Rande des Pariser Klimagipfels wurden Green Bonds als zentrales Instrument genannt, um den Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen finanzieren zu können.

Nicht nur für Nachhaltigkeits-Fans

Offenkundig sind Green Bonds ideal für alle Anleger, die mit ihren Investments nicht nur eine marktgerechte Rendite anstreben, sondern auch auf die Lenkungs-Wirkung ihrer Kapitalanlage achten: Green Bonds sind die ersten Wertpapiere, welche aus dem Impact Investing den Vorteil der direkten Wirkungssteuerung übernehmen. Denn: Bislang kann ein Wertpapierinvestor nur das Unternehmen aussuchen, in das er investiert; mit Green Bonds hingegen ist er sogar in der Lage, zwischen Projekten auszuwählen. Aber auch konventionelle Anleger sollten sich Green Bonds näher ansehen, denn selten erhalten sie eine derart gute Dokumentation, wie ihr Investment verwendet wird, und können sich ein Bild über die Risiken machen. Hinzu kommt: Anleihen von Unternehmen, die sich um Nachhaltigkeitsfragen überdurchschnittlich bemühen, weisen bei gleicher Rendite und gleichem Rating ein niedrigeres Risiko auf, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien1) belegen. Dieser Effekt darf auch bei Green Bonds unterstellt werden.

Natürlich steigert das derzeitige Zinsniveau nicht gerade die Lust, in Anleihen zu investieren. Aber wir hören auch öfters gerade von professionellen Investoren: „Anleihen müssen wir ohnehin im Portfolio halten – und wenn es schon praktisch keinen Zins gibt, dann ist es gut zu wissen, dass man dem Geld etwas sinnvoll passiert.“ Hinzu kommt der Regulierungsaspekt: Auch hierzulande steigt der Druck für institutionelle Investoren, über die ökologisch und sozialen Aspekte ihrer Portfolien zu berichten. In Frankreich besteht dazu bereits eine Verpflichtung. Mit Green Bond ist man da fein raus: Man tut Gutes und kann darüber reden.

Zu reden und zu schreiben gibt es also viel beim jungen, aufstrebenden Thema „Green Bonds“. Und das wollen wir an dieser Stelle immer wieder tun! Wir freuen uns darauf, und ganz besonders über Ihr Feedback.

 

Dr. Stefan Klotz ist geschäftsführender Gesellschafter der Asset Impact GmbH. Das Münchner Unternehmen treibt das wirksame Investieren voran, und verbindet dabei die klassischen Finanzmarktansätze mit neuen Nachhaltigkeitsgedanken. Die Asset Impact ist Initiator des ersten Investmentfonds für Euro Green Bonds („CROWD Green Bond Impact Fund“, ISIN: LU1300281794).

 

 

1)       Friede, Gunnar, Timo Busch und Alexander Bassen. 2015. “ESG and financial performance: aggregated evidence from more than 2000 empirical studies”. Journal of Sustainable Finance & Investment 5(4): 210-233.

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