Finanzmarktsituation

Umfeld und Ausblick

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

 Schulden wachsen schneller als die Wirtschaft

Weltweit sind die Schulden von Staaten, Unternehmen und Verbrauchern stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung. Inzwischen sind die Verbindlichkeiten so enorm, dass sie niemals mehr beglichen werden können. Vor allem bei vielen Staaten sind die Schuldenberge zu groß, um sie noch auf dem klassischen Weg, etwa durch stärkeres Wirtschaftswachstum oder höhere Einsparungen, nachhaltig abzutragen.

Daher verwundert es nicht, dass die Notenbanken weltweit ihre bisherige Politik geändert haben und seit einiger Zeit ein neues übergeordnetes Ziel verfolgen: Sie wollen sicherstellen, dass ihre Heimatstaaten zahlungsfähig bleiben. Das führt zu Zinssätzen, die weit unterhalb der normalen Marktniveaus liegen, um so die Staatshaushalte finanzieren zu können. Dadurch werden die nominalen Renditen von Zinsanlagen guter Bonität in weiten Teilen der Welt unter die Inflationsraten gedrückt. Das Ergebnis sind negative Realzinsen. Im Klartext: Viele Zinsanleger büßen nach Abzug der Inflation an Kaufkraft ein.

Inflation, Schuldenschnitt oder beides?

Nach unserer Einschätzung wird sich dies in den kommenden Jahren nicht grundlegend ändern. Im Gegenteil: Um den Zusammenbruch hoch verschuldeter Volkswirtschaften zu verhindern, müssen die Zinsen auf niedrigem Niveau bleiben. Die Notenbanken werden daher weiterhin viel unternehmen, um die Zinsbelastung der Staaten trotz steigender Schulden möglichst niedrig zu halten. Gleichzeitig dürften die Verbraucherpreise auch dank politischer Entscheidungen mittel- bis langfristig eher steigen als fallen. Inflation und Schuldenschnitt sind aus unserer Sicht daher langfristig die wahrscheinlichsten Varianten, mit denen die Staaten ihre Schulden entwerten bzw. verringern werden.

Die Rechnung zahlt der Sparer

Klar ist: Die Rechnung für diese Notenbankpolitik zahlt schon jetzt der Sparer. Insbesondere deutsche Anleger waren es über Jahrzehnte gewohnt, Kapital zu erhalten bzw. zu vermehren, ohne nennenswerte Risiken eingehen zu müssen – damit ist es nun vorbei! Das gilt auch und erst recht für die Altersvorsorge, wo schon kleine Unterschiede in der Rendite wegen der langen Anlagedauer zu erheblichen Unterschieden im Endvermögen führen. Wer heute noch auf Sparbuch, Festgeld, Lebensversicherung und Staatsanleihen setzt, wird morgen zu den Verlierern gehören, sprich nach Abzug der Inflation Vermögen einbüßen.

Anleger kommen an Sachwerten nicht vorbei

Sachwerte dagegen sollten diese Kaufkraftverluste ausgleichen können, denn die tendenziell inflationäre Politik der Notenbanken und die berechtigten Zweifel an der Solvenz vieler Staaten machen Sachwerte wie Aktien und Immobilien attraktiver – zumal ungezügelte Geldvermehrung das Vertrauen der Bevölkerung untergräbt und zu einer sukzessiven Abwertung der Währung führen wird. Daher wird ein gut diversifiziertes Portfolio aus Aktien, Immobilien und Edelmetallen künftig gegenüber festverzinslichen Wertpapieren klar im Vorteil sein, und es sollte eine wichtigere Rolle in der Vermögensstruktur spielen. Bei Anleihen sehen wir zwar immer wieder attraktive Opportunitäten, doch wir nutzen die Anlageklasse grundsätzlich eher dazu, die Schwankungen im Portfolio zu reduzieren.

Breit diversifizieren, flexibel agieren, auf Qualität setzen

Wir sind überzeugt: Die Welt im Allgemeinen und die Finanzmärkte im Speziellen sind unsicherer, ja fragiler geworden. Wir bei steinbeis & häcker sehen den langfristigen realen Vermögenserhalt daher als wichtigste Aufgabe unserer Vermögensverwaltung an. Darüber hinaus wollen wir mit frischen Investment-Ideen Opportunitäten an den Kapitalmärkten nutzen, sofern das Verhältnis von potenzieller Rendite und Risiko günstig ist. Beides erreichen wir durch eine breite Streuung der Vermögenswerte sowie durch flexibles und unabhängiges Denken. Dass wir sehr auf die Qualität der Anlagen achten, um das Vermögen unserer Kunden in schwierigen Zeiten gut zu schützen, versteht sich da fast von selbst.

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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