Nanotechnologie – da war doch was. Ein Update nach zwanzig Jahren

Von Markus Merkel, Leiter Mandate und Kooperationspartner der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh in München

Es muss wohl kurz nach der Jahrtausendwende gewesen sein. Ich hatte meine erste Festanstellung angetreten und im Kollegenkreis kursierte Literatur, die sich um Investitionsmöglichkeiten in den Sektor Nanotechnologie oder auch um die wertschöpfende Kraft von Nanobiotechnologie drehte. Herumgereicht wurden einige Hot Stocks aus dem Small und Micro Cap – Bereich. Wahrscheinlich hatte ich glücklicherweise einfach zu wenig Geld, um es an der Börse mit diesen Titeln zu verlieren. Aber vielleicht sollte man ja auch nicht zu früh aufgeben und derartigen Geschäftsmodellen eine zweite Chance geben. Schau mer mal…

Nanotechnologie – worum es geht

„There’s Plenty of Room at the Bottom“ (Ganz unten ist eine Menge Platz). So der Nanotechnologie-Pioneer Richard Feynman im Jahre 1959. Der Sammelbegriff Nanotechnologie leitet sich aus dem altgriechischen Wort für „Zwerg“ ab und meint das Zusammenspiel z.B. von Physik, Chemie, Biotechnologie, Elektronik, Materialforschung und Humanmedizin. Diese Wissenschaft bewegt sich dabei in Größenverhältnissen von einem Atom bis etwa 100 Nanometer (nm). Ein menschliches Haar wächst in zwei Minuten um diese 100 nm. In diesem extrem kleinteiligen Bereich ist es mittlerweile möglich gezielt den Bauplan der Natur durch Menschenhand entscheidend zu verändern.

Investitionsmöglichkeiten damals (2002) und heute (2018)

Es waren anfänglich Unternehmen wie BASF, Henkel, Degussa, Masterflex, Jenoptik, Qiagen, Aixtron, IBM, KLA Tencor, Hewlett Packard und Veeco, die heute im besten Sinn als Dinosaurier der Nanotechnologie gelten dürfen. Freilich sind nicht mehr alle operativ tätig und einige haben auch eine überaus wechselvolle Kursentwicklung hinter sich. Damals wie heute stellt die US-amerikanische Technologie-Schmiede (Nasdaq) einen Fundus an Unternehmen mit nanotechnologischem Hintergrund. Global betrachtet sind es in unseren Tagen Anbieter von innovativen Beleuchtungs-systemen, Hersteller von unverzichtbaren Rasterelektronen-Mikroskopen, Entwickler neuartiger Materialeigenschaften, fokussierte Beteiligungsgesellschaften, Hersteller individuell abgestimmter Medikamente oder auch zielgerichteter Krebsmedikationen, die diskutiert werden, wenn es darum geht, ob Nanotechnologie-Unternehmen investitionswürdig sein könnten.

Sicherheit durch Wachstum – bitte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten

Natürlich bleibt es dabei. Wir bei steinbeis & häcker agieren als konservativer Vermögensverwalter mit besonderer Ausrichtung auf Qualitätswerte aus der Realwirtschaft. Gerade deshalb, weil robustes Risikomanagement von zentraler Bedeutung ist, müssen wir uns auch neu aufkommenden Geschäftsmodellen zuwenden, die nach traditionellen Value-Maßstäben wohl keinen zweiten Blick wert wären. Disruptive „Game changer“ bzw. strukturelle Wachstums-Treiber dürfen nicht dogmatisch ausgeblendet werden. Eine gute Initialzündung kann ein anziehendes Umsatzwachstum sein, ist dies doch schlicht und einfach der Reflex darauf, dass die Produkte eines Unternehmens am Markt honoriert werden. Die besten derartigen Unternehmen verbessern nicht einfach nur bestehende Produkte und Lösungen, sondern schaffen grundsätzlich neue Anwendungsformen.

Fazit: Interessantes Thema, aber (noch) schwer investierbar

Ich will im Rahmen dieser Kolumne keinesfalls die denkbaren mannigfaltigen Risiken ausblenden, die mit nanotechnologischen Anwendungen einhergehen könnten. Jedoch ist dieser Text ausschließlich aus der Perspektiv eines Vermögensverwalters verfasst.

Zwanzig Jahre nachdem sich die Investmentindustrie erstmals Unternehmen mit nanotechnologischen Produkten zugewandt hat, drängt sich u.E. eine Allokation, auch von Marktführern, noch nicht auf. Unverändert sind es multi-nationale Konzerne, die vergleichsweise geringfügige Umsatzanteile aus diesem Segment erlösen. Letztlich sind es aber genau diese Large Caps, die in der Lage sind in zunehmendem Maße Forschungsbudgets bereitzustellen. Die Bereitstellung von Forschungsmitteln zugunsten von Kompetenz-Centern an unseren Universitäten ist nach wie vor auf hohem Niveau gegeben.  Wohlgemerkt: Technologische Spitzenleistung ist der einzige nennenswerte Rohstoff über den wir hierzulande verfügen. Andererseits finden sich ausgesprochene Nebenwerte, die vielfach gerade erst der Start-Up Phase entwachsen sind und noch kaum nennenswerte Umsatzerlöse aus rein nanotechnologischen Produktlinien vorweisen können. Macht aber nichts! Wir bleiben grundsätzlich aufgeschlossen und werden unverändert wie auch bisher schon die Management-Teams ausgewählter Nanotechnologie-Firmen persönlich treffen und begleiten. Die Kooperation mit einschlägigen Forschungsinstituten kann hierbei nur hilfreich sein. Bleiben also auch Sie gespannt.

Kapitalanlage Wald: Sicher kein Holzweg!

Kolumne von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Eine nachhaltige, „grüne“ Anlageklasse konnte sich über viele Jahre im Schatten der hochgejubelten Technologieaktien ausgezeichnet entwickeln. Wer in Bäume investiert hat, war in den vergangenen Jahren nicht auf dem Holzweg und dürfte es wohl auch zukünftig nicht sein, denn die Nachfrage nach dem Rohstoff Holz wächst. So verwundert es kaum, dass viele große Anleger einen Teil ihres Vermögens, oft über Generationen hinweg, in der Forstwirtschaft investiert haben. Dass man nicht unbedingt große Anlagesummen zur Verfügung haben muss, um in Wald zu investieren, zeigen eine große Zahl an Aktiengesellschaften mit Waldbesitz. Eine ideale Möglichkeit an der positiven Entwicklung der Branche zu partizipieren.

Hohe Renditen mit realen Werten

Die Anlageklasse Wald ermöglicht es dem Anleger in reale Vermögenswerte (d.h. Landbesitz und nachwachsende Rohstoffe) zu investieren und gleichzeitig attraktive Ausschüttungen zu erzielen. Neben dem direkten Erwerb von Forst und Ländereien bieten Aktien im Bereich Waldbesitz und Holzverarbeitung eine sehr attraktive Alternative. Die Renditen dieser sogenannten Waldaktien über mittel- bis langfristige Zeiträumen lagen sehr oft in Bereichen von 10 bis 12 Prozent (Kursgewinne zuzüglich Dividenden). Die attraktive Wertentwicklung lässt sich neben den gestiegenen Landpreisen durch das natürliche Wachstum der Bäume erklären. Zudem steigt der Marktwert des Holzes mit fortschreitendem Alter der Bäume weiter an. Erfolgreiche „Waldbewirtschafter“ haben die „taktische Option“, in Zeiten von niedrigen Marktpreisen für ihre Holzprodukte die Bestände weiter wachsen zu lassen. Die Holzernte erfolgt dann später bei gestiegenen Preisen.

Welche Regionen kommen für eine Investition in Wald in Frage?

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eSports – ein unaufhaltsamer Trend

Von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der Steinbeis & Häcker Vermögensverwaltung GmbH

Esports ist ein weltweiter, seit Jahren anhaltender Trend. Mit der GT-Academy versuchte man schon vor einigen Jahren im Bereich des Motorsports Aufmerksamkeit zu erregen. Der jungen Formel E gelang es dann schließlich endgültig durchzustarten. Dieses Gaming Event in Las Vegas wurde mit einem Preisgeld von 1 Million US-Dollar ausgestattet. Auch die Formel 1 versucht mittlerweile im virtuellen Raum Fuß zu fassen. Demnächst wird in London ein bedeutender Wettbewerb, die virtuelle Formel 1 WM ausgefahren. „Die höchst wettbewerbsfähige Natur und das Highspeed-Spektakel des Sports in Kombination mit der Authentizität unseres Spiels sorgt für eine aufregende Erfahrung für Spieler und Zuschauer aus aller Welt“, beteuert CEO Scheuer vom Spielehersteller Codemasters. Aber nicht nur Sportarten werden den eSports-Bereich prägen. Viele Abenteuer- und Strategiespiele haben heute schon eine riesige Fangemeinde

eSport gewinnt an Akzeptanz

Repräsentative Umfragen von Nielsen Sports ergaben ein hohes Interesse bei den Befragten. Zirka 25% der Menschen unter 49 Jahren interessieren sich für die neue Bewegung. Das entspricht jetzt schon in etwa dem Interesse an traditionellen Sportarten wie Radsport, Volleyball, Skilanglauf, Snowboard. So verwundert es kaum, dass bei den Asienspielen 2022 eSports erstmals offizielle Sportart wird. Dies verkündete jüngst das asiatische olympische Komitee (OCA). Das OCA erklärte, dass man damit der „rasanten Entwicklung und Popularität der neuen Form der Sportbeteiligung“ Rechnung trage. Im kommenden Jahr wird eSports zur Demonstration bei den Asienspielen in Jakarta/Indonesien erstmals präsentiert.

Erste Fußballvereine betreten den virtuellen Rasen

Fußballvereine wie Schalke, VfL Wolfsburg oder Paris Saint-Germain haben die junge Zielgruppe früh erkannt und gründeten eigene eSports-Abteilungen. „Wir sehen uns als Vorreiter in einer Sportart mit der wir in die Zukunft blicken wollen. Wir haben dies nicht kurzfristig entschieden, sondern nach langen Überlegungen, Beobachtungen und Analysen.“ erklärt Moritz Beckers-Schwarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arena Management GmbH, die für das Schalker eSports-Business verantwortlich ist. Mittlerweile hören wir von ersten Spielertransfers und hohen Spielergehältern im neuen Business.

Medienkonzerne und Streaming-Plattformen profitieren vom großen Interesse

Die Übertragung von Top-Events werden wohl in Zukunft auch noch von den klassischen TV-Sender übertragen. Besonders stark wächst aber heute die Nutzeranzahl von Streaming-Plattformen wie Twitch und Youtube-Gaming. Amazon positionierte sich beispielsweise schon frühzeitig mit der Übernahme von Twitch für 1 Mrd. USD vor wenigen Jahren. Auch die Arenen profitieren vom neuen Boom. Die Mercedes Arena in Berlin war 2016 bei der League of Legends WM beispielsweise innerhalb von drei Minuten ausverkauft. Laut der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers liegt zukünftig das größte finanzielle Potenzial im Bereich der Medienrechte.

Die Branche bietet neue Investitionsmöglichkeiten

Wer über den Tellerrand sieht, findet viele neue Investitionsmöglichkeiten in diesem aussichtsreichen Segment. Medienkonzerne, Spielehersteller, Equipment-Lieferanten, Event-Plattformen und viele andere Bereiche profitieren von der virtuellen Spielleidenschaft. Der Anleger sollte sich aber auch international umsehen. Gerade Asien bietet eine Fülle von interessanten Gesellschaften, die vom neuen eSports-Trend profitieren. Als zukunftsorientierter Vermögensverwalter haben wir uns ebenfalls schon frühzeitig in diesem wachstumsstarken Marktsegment positioniert.

Bald wieder mehr M&A-Deals im Healthcare-Bereich

Von Mario Linimeier Healthcare-Analyst  bei der Fondsboutique Medical Strategy. 

Donald Trumps geplante Steuerreformen könnten das  Übernahmekarussell im Gesundheitswesen auf Touren bringen

Im vergangenen Jahr haben im Healthcare-Sektor Firmenzusammenschlüsse und Übernahmen (M&A) mit einem  weltweiten Volumen von 283,4 Mrd. USD stattgefunden. Das war immerhin der dritthöchste Wert seit 2001, aber nichts im Vergleich zum Jahr zuvor. 2015 belief sich das globale M&A-Volumen auf 392,4 Mrd. USD. Der Rückgang lag 2016 somit bei rund 30%.

Hauptgrund für die rückläufigen M&A-Aktivitäten waren neue steuerliche Regelungen, mit denen Washington etwa die Übernahme von Allergan durch Pfizer verhindert hatte. Wäre der Deal zustande gekommen, hätte das
globale M&A-Volumen im Healthcare- Bereich einen neuen Rekord erzielt. Jetzt könnten es erneut steuerliche Änderungen sein, die die M&A-Aktivitäten beeinflussen – nur in die andere Richtung.

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