Chance auf eine frühsommerliche Erholung an den Aktienmärkten?

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

„Sell in May und go away“ ist wohl eine der bekanntesten Weiseiten an der Börse. Letztendlich beschreibt dieser Spruch eine Kapitalmarktanomalie, nach der die Renditen an den Aktienmärkten in den Monaten Mai bis September oft unterdurchschnittlich ausfallen. Könnte es dieses Jahr anders kommen? Aus unserer Sicht ja! War der Jahresbeginn an den Aktienmärkten noch von Euphorie vieler Anleger gekennzeichnet, ist nach den Kursrückschlägen im Frühjahr Ernüchterung eingekehrt. Als Konsequenz der dreimonatigen Korrekturphase besteht im Mai schlichtweg keine Möglichkeit für Investoren Gewinne mitzunehmen, denn die Volatilität ist 2018 nach langer Abstinenz wieder zurückgekehrt. Wir haben an dieser Stelle mehrmals erwähnt, dass wir eine größere Schwankungsbreite an den Aktienmärkten erwarten, spiegelt dies doch die Wiederaufnahme eines normalen Marktgeschehens wider. Letztlich darf eine höhere Volatilität nicht mit einer Veränderung der makroökonomischen Rahmenbedingungen oder der Fundamentaldaten von Unternehmen verwechselt werden. Unter Abwägung aller Chancen und Risiken können wir uns eine Erholungsbewegung an den Aktienmärkten in den kommenden Wochen und Monaten vorstellen. Dennoch haben wir die Risiken fest im Blick. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die für uns wichtigen Einflussfaktoren und Entwicklungen kurz vor.

Der Versuch der Notenbanken, dem Finanzsystem die „Droge“ Liquidität zu entziehen

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5.000 Euro zinsloser Kredit an Italien – von jedem Bundesbürger

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh

Eine trügerische Ruhe machte sich in den vergangenen Monaten und Jahren im Euroraum breit. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit Hilfe niedriger Zinsen und indirekter Staatsfinanzierung die südeuropäischen Krisenländer am Leben gehalten. Im Rausch des jüngsten Konjunkturaufschwungs versuchen weite Teile der politischen Klasse den Eindruck zu erwecken, die Finanzprobleme des Euroraums seien im Griff und ohne größere Eingriffe dauerhaft lösbar. Dumm nur, dass es in einer Demokratie, wie jüngst in Italien, immer wieder zu Wahlen kommt, die nicht das vom politischen Establishment gewünschte Ergebnis bringen und damit die Konstruktionsfehler der europäischen Einheitswährung wieder in die öffentliche Diskussion geraten.

Italien – Europakritische Parteien auf dem Vormarsch

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Der aufkommende Protektionismus macht Anleger nervös

Waren es in den vergangenen Monaten in erster Linie steigende Zinsen, die für Unruhe an den internationalen Finanzmärkten geführt haben, so sorgen mittlerweile die von den USA und China angedrohten Handelsbeschränkungen und Zölle für eine erhöhte Nervosität unter den Anlegern. Stehen wir am Beginn eines neuen globalen Handelskrieges? Sicherlich, man kann diese Sorge teilen, vor allem wenn man in den Medien die wenig zurückhaltend formulierten Forderungen und Drohungen ranghöchster Politiker aus USA, Asien und Europa verfolgt. Diplomatie und Toleranz werden in diesen Tagen auf dem Altar der sozialen Medien wie Twitter und Facebook geopfert – ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Wir bekommen immer mehr den Eindruck, dass wir uns am Beginn einer neuen Epoche befinden. Protektionistische Tendenzen bedrängen die multilateralen Handelssysteme, Populismus wird in der politischen Rhetorik zunehmend bemüht und auf geopolitischer Ebene kann man Vorboten eines neuen Kalten Krieges erkennen. All diese Entwicklungen und Erkenntnisse gilt es in den kommenden Monaten und Jahren in der Anlagepolitik zu berücksichtigen.

Die Trump-Agenda

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Die Angst vor steigenden Zinsen

Der Februar war gekennzeichnet durch ausgeprägte Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten. Das für die Aktienmärkte so oft an dieser Stelle beschriebene ideale Umfeld aus niedriger Inflation, niedrigen Zinsen sowie starkem globalen Wirtschaftswachstum bekam erste Kratzer. Wir hatten erstmals in unserem Marktbericht im November 2017 auf die Risiken hingewiesen, dass diese Kombination historisch extrem selten und sicherlich nicht trendfähig ist. Seit dieser Zeit hat die konjunkturelle Dynamik im Einklang mit der Zuversicht der Investoren nochmals zugelegt. Umfragen unter Anlegern legten die Vermutung nahe, dass angesichts des starken Wirtschaftsaufschwungs Aktien eigentlich gar nicht mehr fallen können – was für ein Trugschluss. Es bedurfte nur eines Auslösers für eine Abkühlung des Optimismus und damit einer Korrektur. Letztendlich übernahm diese Funktion der US-Arbeitsmarktbericht vom Januar, in dem von einem deutlichen Anstieg der Stundenlöhne berichtet wurde. Steigen die Löhne, steigen die Inflationsraten und damit die Zinsen, lautet die einfache Kausalkette vieler Anleger. Und tatsächlich, die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen stiegen auf 2,9 Prozent, 0,5 Prozent über dem Niveau vor einigen Monaten.

In einer völlig überschuldeten Welt ist das eine nennenswerte Bewegung. Zudem konkurrieren Anleihen mit anderen Anlageklassen wie Aktien. Bei nun steigenden Zinsen stellen Anleihen in den USA wieder eine Alternative zum Aktienmarkt dar. Diese Tatsache in Verbindung mit hohem Optimismus der Anleger sorgte für erratische Kursverluste von über 10 Prozent bei vielen internationalen Indizes.

Sorge vor steigenden Zinsen hat mehrere Ursachen

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