Aktienmarkt Japan – Morgenröte im Land der aufgehenden Sonne

Kolumne von Gerd Häcker, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh in Kooperation mit Dr. Harald Staudinger, Gründer und Portfoliomanager ASPOMA Asset Management

Japanische Aktien wiesen, wie die meisten Aktienmärkte der entwickelten Länder, im Jahresverlauf teils deutliche Kursverluste auf. Ausländische Investoren haben seit Jahresbeginn fast 30 Milliarden Euro abgezogen. Das geht Citywire zufolge aus Daten der Japan Exchange Group Inc. hervor. Diese starken Abflüsse bedeuten den größten bisher jährlichen Verkauf seit 1987 – dem Jahr des berüchtigten Black Monday an der US-Börse; und sie wirken sich natürlich auch auf die Performance des Topix aus. Dieser verlor seit Jahresstart zwischenzeitlich fast 10 Prozent an Wert.

Japans grundsätzliche Attraktivität als Anlageregion

Japan gilt als einer der Hauptprofiteure der wirtschaftlichen Stärke Asiens (Chinas) sowie der wichtigen Zukunftstrends wie z.B. Digitalisierung, Elektromobilität oder auch Automatisierung. Japanische Unternehmen verfügen jeweils über die zugrundeliegenden Kerntechnologien. Der stete Wandel der Unternehmenskultur führt zu mehr Shareholder Value-Orientierung und damit einhergehend zu einer Neubewertung. Bessere Kapitaleffizienz, Abbau von Überkreuzbeteiligungen, steigende Aktienrückkäufe und Dividendenausschüttungen vervollständigen das konstruktive Gesamtbild. Zudem beschleunigen „unfreundliche“ Übernahmen, Aktivitäten von Private Equity – Fonds und aktivistische Investoren diese Entwicklung zusätzlich. Niedrige Bewertungen, trotz steigender Margen und Eigenkapitalrenditen, machen Japan zum günstigsten „Developed Market“, obwohl sich die Profitabilität auf westlichem Niveau bewegt. Etwaige Bilanzrisiken fallen demgegenüber zugleich deutlich geringer aus. Nicht zuletzt besteht eine günstige Angebots-/Nachfragesituation bei japanischen Aktien aufgrund von Aktienrückkäufen der Unternehmen, steigenden Aktienquoten der Pensionsfonds, Aktien-ETF Käufen der Notenbank und einer derzeit weitgehenden Untergewichtung ausländischer Investoren.

Gegenwärtige Situation und Ausblick

Es kann freilich nicht ausgeschlossen werden, dass es kurz- bis mittelfristig durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China weiterhin zu Verunsicherung und stärkeren Schwankungen kommen könnte. Die Auswirkungen auf die fundamentale Entwicklung der japanischen Unternehmen sollten sich jedoch in geringem Umfang bewegen. Würde der Zugang zum chinesischen Markt für amerikanische Unternehmen erschwert werden, könnten japanische Unternehmen sogar profitieren. Der breite gesellschaftliche und politische Konsens in Japan, die derzeitige Reformpolitik mittels einer lockeren Geldpolitik voranzutreiben, ist ein wesentlicher Unterschied zu den Rahmenbedingungen einerseits in den USA, in der die Gesellschaft tief gespalten ist und andererseits in Europa, wo die politische Stabilität (Brexit, Italien) zuletzt deutlich abgenommen hat. Hinzu kommt, dass die Bank of Japan (BOJ) auf Sicht der nächsten Jahre weiterhin eine extrem expansive Geldpolitik verfolgen wird. Das wirtschaftliche Umfeld in Japan mit steigenden Realeinkommen, starkem Exportwachstum und konservativen Gewinnschätzungen unterstützt eine positive Einschätzung für japanische Aktien. Es gibt global keinen anderen Kapitalmarkt mit einer so großen Anzahl an qualitativ hochwertigen Unternehmen und zugleich ausgesprochen niedrigen Bewertungen.

Zukunftsorientierte Geschäftsmodelle

In Japan sind eine große Zahl an Unternehmen mit exzellenten und zukunftsorientierten Geschäftsmodellen beheimatet, so z.B. global führende Anbieter im Bereich der Robotik und Industrieautomation. Wir haben es in diesem Segment mit einem zyklischen Wachstumsmarkt zu tun, der uns noch viele Jahre begleiten wird. Die extrem breite Kundenbasis erleichtert unserem Top Pick den Zugang zum Vertrieb ihrer Produkte. Dieses schuldenfreie Unternehmen hat in Zukunft die finanzielle Kraft bei Forschung und Entwicklung eine führende Rolle einzunehmen. Ein Beispiel ist die Entwicklung kollaborativer Roboter, die erstmals Hand in Hand mit dem Menschen arbeiten. Aktienrückkäufe und höhere Dividenden sind ebenfalls eine gute Möglichkeit den Wünschen der Aktionäre auch in Zukunft gerecht zu werden. Besonders positiv macht sich zudem die laufende Automatisierungswelle in China bemerkbar. Man spricht hier von Wachstumsraten von knapp 10% p.a.. Des Weiteren beurteilen wir Geschäftsmodelle aus dem Bereich „Humanoide Roboter“ positiv, wie auch Qualitätsführer im Bereich elektronischer Komponenten.

 

Update zum Investment Case Japan

Harald Staudinger ist Investmentexperte für die japanischen und chinesischen Kapitalmärkte  von  ASPOMA Asset Management, einer auf Asien spezialisierten Investmentgesellschaft.

Die neuesten Entwicklungen und Informationen aus Japan untermauern den Investment Case für japanische Aktien.

  • Unternehmensgewinne +22% im Jahresvergleich

Die Unternehmensgewinne zum Fiskaljahresende per Ende März übertrafen die Konsensschätzungen und erreichten ein neues Allzeithoch, ein Plus von 22% gegenüber dem Vorjahr. Während die Netto-Gewinne sämtlicher börsennotierter Unternehmen im Schnitt um 21,7% im Jahresvergleich stiegen, lag die Wachstumsrate bei Nicht-Banken sogar bei 22,7%, wobei Automobilhersteller und –Zulieferer die höchsten Wachstumsraten hatten.

  • Positive Gewinnrevisionen im laufenden Jahr stehen bevor

Wie immer sind die Unternehmen bei ihren Prognosen für die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres übermäßig vorsichtig. Die Gewinnschätzungen liegen im Schnitt bei etwa +/- 0% im Jahresvergleich.  Angesichts weiterhin sehr starker Indikatoren für die Welthandelsentwicklung (Erwartung  für 2018 von 6,9% im Vergleich zu 4,5% in 2017), die einer der wesentlichen Gewinntreiber ist, gehen wir, ähnlich wie im vergangenen Jahr, von  kontinuierlichen positiven Gewinnrevisionen aus.

  • Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

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Schlägt jetzt die Stunde Japans? Nippon is back!

Von Dr. Harald Staudinger, ASPOMA Asset Management

Bitte beachten Sie den Disclaimer!


Japanische Aktien haben in den vergangenen 5 Jahren US Aktien um 42% und europäische Aktien sogar um 59% übertroffen. Es gibt viele Gründe, warum Japan auch in den nächsten Jahren die bessere Alternative sein wird.

 

Japan – ein vernachlässigter Markt

Seit dem Platzen der Immobilienblase in Japan Ende 1989 ist der Anteil japanischer Aktien in den globalen Aktienindizes von 40% auf aktuell etwa 10% gefallen. Das Interesse internationaler Investoren an Japan nahm im Zuge der Korrektur stark ab. Aktuell sind internationale Investoren sogar im Vergleich zu diesem niedrigen Wert noch deutlich untergewichtet. Japan spielt in den Portfolios vieler Investoren keine entscheidende Rolle mehr. Häufig, wenn überhaupt, wird der Japananteil nur noch in Form von Indexfonds (ETFs) abgebildet. Daher setzen sich globale Investoren nicht aktiv mit den Chancen auseinander, die der japanische Markt bietet. Japan ist daher ein vernachlässigter Markt.

Dabei bietet Japan große Chancen und ein attraktives Ertragspotential. Das sollte eigentlich nicht überraschen, da Japan nach den USA und China immer noch die drittgrößte Volkswirtschaft und der zweitgrößte Kapitalmarkt der Welt ist. Und es gibt schlagkräftige Argumente dafür, dass japanische Aktien schon bald wieder im Fokus der internationalen Investoren stehen könnten.

 

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