Goldener Herbst für Risikoanlagen

Von Markus Steinbeis, Geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker Vermögensverwaltung gmbh

„Der Kursanstieg bei Aktien könnte sich im Herbst fortsetzen“ war eine unserer Überschriften im vergangenen Marktbericht. Nach den Wochen und Monaten der Konsolidierung haben viele Aktienindizes seit Mitte September nun ihren Aufwärtstrend wiederaufgenommen. Diese Konsolidierung ist sowohl im historischen Vergleich als auch vor dem Hintergrund der geopolitischen Risiken äußerst gering ausgefallen. Die Aktienmärkte bewegen sich weiterhin in einem ausgesprochen freundlichen Umfeld. Das Wirtschaftswachstum verläuft weltweit synchron, aber überwiegend mit einer gemäßigten Dynamik. Das Risiko einer konjunkturellen Überhitzung mit massiv steigenden Inflationsraten bleibt vorerst schwach ausgeprägt. Die aktuelle Preissteigerung erscheint uns als optimal. Zum einen ist sie so hoch, dass eine Deflation oder Rezession nicht zu erwarten ist. Zum anderen ist sie aber nicht groß genug, dass man vor nachhaltig steigenden Zinsen Angst haben müsste. Die Geldpolitik der führenden Notenbanken sollte daher weitgehend expansiv bleiben, auch wenn sich erste Maßnahmen ankündigen, welche die Geldschwemme etwas reduzieren werden. Die Rückführung der Liquiditätsversorgung wird aber in kleinen Minischritten und sehr vorsichtig erfolgen. Damit bleibt die wichtigste Unterstützung für die globalen Aktienmärkte zunächst erhalten: niedrige Zinsen. Zinsanlagen bieten bis auf weiteres keine Alternative zur Sachwertanlage. Der Markt für festverzinsliche Anlagen ist unserer Meinung nach weiterhin dramatisch überbewertet und vergütet dem Anleger in keiner Weise das mit der Investition verbundene Risiko. „Goldener Herbst für Risikoanlagen“ weiterlesen

Marktbericht September 2017

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

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Euro-Stärke und Nordkorea beeinflussen die Kapitalmärkte

Der Höhenflug des Euro im laufenden Jahr wird den Anlegern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Schließlich lag der Preis der Gemeinschaftswährung Ende August zeitweise über 1,20 US-Dollar und damit mehr als 14 Prozent über dem Wert zu Beginn des Jahres. Eine schwächer als von vielen Anlegern erwartete US-Konjunktur (oft an dieser Stelle prognostiziert) und die Chaostage im Weißen Haus brachten den Greenback deutlich unter Druck. Die US-Regierung ist auf dem besten Weg, international an Einfluss und Macht zu verlieren. Sogar nach den nordkoreanischen Raketentests blieb die Währung im Rückwärtsgang, obwohl über Jahrzehnte hinweg der US-Dollar als Krisenwährung und sicherer Hafen bei geopolitischen Krisen von den Anlegern weltweit angesteuert wurde.

Nur von einer Dollarschwäche zu sprechen wäre allerdings nicht angebracht, da der Euro in diesem Zeitraum gegen die meisten weltweiten Währungen aufwerten konnte. Für die ausgeprägte Euro-Stärke gibt es mehrere und durchaus nachvollziehbare Gründe. Nach dem Wegfall der politischen Risiken mit den Wahlen in den Niederlanden und Frankreich rückte der Fokus der Investoren endlich in Richtung fundamentale Stärke des Währungsraumes. Immer wieder haben wir unsere positive Sichtweise bezüglich der makroökonomischen Entwicklung Eurolands in unseren Publikationen diskutiert. Trotz Brexit-Entscheidung hat der Währungsraum nicht an Schwung verloren.

Die Konjunkturdaten entwickeln sich äußerst positiv und könnten durch Reformen der neuen französischen Regierung zusätzlichen Schub erhalten. Einkaufmanagerindizes, Industrie- und Verbrauchervertrauen lassen uns ein Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2017 von deutlich über 2 Prozent erwarten. Das dürfte über den kreditfinanzierten Wachstumsraten der USA liegen.

Angesichts der jüngsten starken Wertentwicklung, halten wir allerdings kurzfristig das Aufwärtspotential des Euros für begrenzt. Es besteht sogar die Möglichkeit einer kurzen Erholung des Dollars, wenn in den USA endlich ein Steuerkonzept beschlossen und die Schuldenobergrenze problemlos erhöht wird. Mittel- und langfristig liefern die ökonomischen Rahmendaten allerdings weiterhin starken Rückenwind für die europäische Gemeinschaftswährung. Politische Entwicklungen diesseits und jenseits des Atlantiks sind dennoch in den kommenden Monaten genau zu beobachten.

Nordkorea an der Spitze der geopolitischen Risiken

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Finanzmarktsituation

Umfeld und Ausblick

Von Markus Steinbeis, geschäftsführender Gesellschafter der steinbeis & häcker vermögensverwaltung

 Schulden wachsen schneller als die Wirtschaft

Weltweit sind die Schulden von Staaten, Unternehmen und Verbrauchern stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung. Inzwischen sind die Verbindlichkeiten so enorm, dass sie niemals mehr beglichen werden können. Vor allem bei vielen Staaten sind die Schuldenberge zu groß, um sie noch auf dem klassischen Weg, etwa durch stärkeres Wirtschaftswachstum oder höhere Einsparungen, nachhaltig abzutragen.

Daher verwundert es nicht, dass die Notenbanken weltweit ihre bisherige Politik geändert haben und seit einiger Zeit ein neues übergeordnetes Ziel verfolgen: Sie wollen sicherstellen, dass ihre Heimatstaaten zahlungsfähig bleiben. Das führt zu Zinssätzen, die weit unterhalb der normalen Marktniveaus liegen, um so die Staatshaushalte finanzieren zu können. Dadurch werden die nominalen Renditen von Zinsanlagen guter Bonität in weiten Teilen der Welt unter die Inflationsraten gedrückt. Das Ergebnis sind negative Realzinsen. Im Klartext: Viele Zinsanleger büßen nach Abzug der Inflation an Kaufkraft ein.

Inflation, Schuldenschnitt oder beides?

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