#7 Festverzinsliche Wertpapiere

Festverzinsliche Wertpapiere haben sich über Jahrzehnte als sichere Anlage in den Köpfen der Menschen eingebürgert. Man kaufte gerne bei der Bank einen Sparbrief, Bundesanleihe oder eine Unternehmensanleihe und bekam dafür den vereinbarten Zinssatz einmal im Jahr gutgeschrieben. Bei Fälligkeit der Anlage bekam man das Geld zurück. Vor Jahren konnte man so noch sehr gute Zinserträge erwirtschaften, die sogar über den Inflationsraten lagen. So vermehrte man stressfrei sein Geld und erhielt dabei noch die Kaufkraft.

Heute sieht es ganz anders aus. Wenn man sein Geld in Anleihen anlegt, die von guter Bonität sind, erhält man gar keine Zinsen mehr. Nein, es ist sogar denkbar, dass man dem Schuldner noch etwas dafür bezahlen muss, wenn man ihm sein Geld zur Verfügung stellt. Zudem trägt man dabei auch noch das Risiko, dass der Schuldner es später vielleicht nicht mal mehr zurückzahlen könnte. Verrückte Zeiten.

Was macht man nun?

Man sucht in der Werbung nach Anlageformen, die „bevorzugt 5% Rendite abwerfen.“ Diese Vorgehensweise ist sehr riskant! Warum? Wenn man in Zeiten in denen der risikolose Zins bei 0% bzw. negativ ist, jemandem das Geld für 5% borgen kann, dann muss man darüber nachdenken.

Warum zahlt mir jemand 5%, wenn es eigentlich keine Zinsen gibt? Oft sind es hochverschuldete Firmen, die dem Privatanleger solche Zinssätze bieten, um dessen Geld zu bekommen, um das eigene angeschlagene Geschäft weiter betreiben zu können. Von der Bank bekommen solche Gesellschaften nur noch selten Kredite.

Oder es handelt sich z.B. um ein riskante Projektfinanzierungen, die dem Privatanleger über Hochglanzprospekte schmackhaft gemacht werden sollen.

Dafür leiht er dem Initiator des Projektes sein Geld. Wenn das Projekt schiefgeht, verliert der Anleger sein Geld. Wenn das Projekt läuft, dann bezahlt der Initiator 5% Zinsen, während er selbst deutlich höhere Erträge vereinnahmen kann. Keine schlechte Sache für den Initiator. Er lagert das unternehmerische Risiko an den Anleger aus und kassiert im Erfolgsfall den Großteil des Erfolges. Das Chance-Risiko-Profil ist für den Initiator optimal, während es für den Geldanleger sehr schlecht ist. Leider müssen die Initiatoren bei uns häufig nur mit 5% Rendite winken, um den Anleger zu ködern. Dieser versteht meistens nicht, was er da eigentlich tut. Er lässt sich von der angegebenen Rendite verführen und liest nur selten das „Kleingedruckte“. In den Prospekten solcher „Hochzinsanleihen“ werden die Risiken schon deutlich beschrieben. Nur liest es kaum einer.

Fazit:

Wenn Ihnen jemand höhere Zinsen bezahlt, als Ihre Bank bzw. der Staat über Bundesanleihen, dann müssen Sie analysieren, welche Bonität der Anbieter hat! Gier kann fatale Folgen haben, wenn man ohne weiterführende Informationen auf eine „Renditezug“ aufspringen will. Klären Sie genau ab, ob und in welcher Höhe Sie dieses finanzielle Risiko tragen möchten.